Neue Westfälische (Bielefeld): Erneute Diskussion um Tempo 30 in Innenstädten Kinder brauchen Schutz matthias Bungeroth

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Sie flammt immer wieder auf, die Diskussion um
ein generelles Tempolimit von Tempo 30 in Innenstädten. Und sie ist,
wie alle Debatten um Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Deutschlands
Straßen, hochgradig ideologisch belastet. Genau dies sollte den Blick
für nüchterne Fakten aber nicht verstellen. Die sehen so aus: Im Jahr
2013 verunglückten gut 28.100 Kinder unter 15 Jahren bei
Verkehrsunfällen. Jedes einzelne ist eines zu viel. Sicher, die
Zahlen sind über die Jahre rückläufig, doch die Gesellschaft trägt
für die schwächsten Gruppen, die am Straßenverkehr teilnehmen, eine
besondere Verantwortung. Das sind insbesondere Fußgänger und
Radfahrer, nicht nur die im Kindesalter. Deswegen fordern immer mehr
Experten ein generelles Tempolimit von 30 km/h auch in Innenstädten.
Diese Diskussion sollte nun ruhig und zielführend geführt werden. Der
Schritt, den Städten und Gemeinden mehr Freiraum bei der Einrichtung
solcher Zonen einzuräumen, wird diese Debatte mit weiteren
empirischen Daten anfüttern. Noch mal Fakten: 13.490 Menschen wurden
in NRW im Vorjahr bei Verkehrsunfällen schwer verletzt, ein Plus von
11 Prozent. Und: Laut Polizei senkt eine Reduzierung des Tempolimits
um 2 km/h die Zahl der Unfälle mit Toten und Schwerverletzten um bis
zu 15 Prozent. Ein Schutz der schwächsten Verkehrsteilnehmer ist also
möglich.

Pressekontakt:
Neue Westfälische
News Desk
Telefon: 0521 555 271
nachrichten@neue-westfaelische.de

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