neues deutschland: Schriftsteller Robert Menasse: Ein geeintes Europa ist die wichtigste Konsequenz von Auschwitz

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Der österreichische Romancier und Essayist Robert
Menasse spricht sich leidenschaftlich für die europäische Idee aus.
»Nur ein geeintes nachnationales Europa schützt vor nationalistischen
Wiedergängern«, sagt Menasse im Interview mit der in Berlin
erscheinenden überregionalen Tageszeitung »neues deutschland«
(Samstagausgabe).

Vermeintliche nationale Lösungen führen letztlich nur zur
Verschärfung von Problemen, so der 1954 in Wien geborene
Schriftsteller. »Alle großen Probleme und Phänomene unserer Zeit sind
transnational: die Wertschöpfungskette, die Nahrungsketten, die
Kapital- und Finanzströme, die Migrationsbewegungen, die ökologischen
Probleme, der Terror, das Internet und seine politischen
Konsequenzen. Das alles kann kein Nationalstaat mehr meistern.«
Europa ist für Robert Menasse ein »Sehnsuchtsraum«. »Sehnsüchte haben
keine Krisen. Sie lassen sich nicht drosseln. Sehnsüchte haben das,
was die Ökonomen gerne hätten, nämlich stetiges Wachstum.«

Kritik äußert Menasse an der deutschen Bundeskanzlerin. »Merkel
ist eine Politikerin des Status quo. Sie verspricht eine Verlängerung
der Gegenwart. Aus dem Programm, morgen sei Zukunft, hat sie die
Gegenstimmung entwickelt: Morgen ist auch wieder heute.« Dementgegen
seien Utopien gegenwärtig nötiger denn je, so Menasse. Sein
Europa-Roman »Die Hauptstadt« wurde zum Deutschen Buchpreis
(Shortlist) nominiert.

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