neues deutschland: Zu den Beziehungen zwischen den USA und Kuba

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Der Händedruck mit dem US-Präsidenten Barack Obama
könnte als Triumph des alten Revolutionärs gelten. Der brachte einst
mit seinem Bruder Fidel auf der »Granma« die beim großen Nachbarn so
ungeliebte Revolution nach Kuba. Die sollte weg und blieb. Doch
allein vom Eingeständnis einer gescheiterten Politik des Widersachers
ließ sich Raúl Castro nicht zu Begeisterung hinreißen. Die Kubaner
haben einfach zu viel Erfahrung mit Weltmächten, als dass ihre Freude
über etwas Normalisierung allzu groß sein könnte. Erst als treuer
sowjetischer Verbündeter gepriesen und nicht nur mit Raketen
aufgerüstet, wurde Kuba von Russland im Zuge seiner Jelzinschen
Demokratisierung von einem Tag auf den anderen brutal fallen
gelassen. Es war wieder allein als Insel im feindlichen Meer. Von der
verbliebenen Supermacht wurde Kuba auch im 21. Jahrhundert noch wie
im Mittelalter belagert und sollte bis zur Aufgabe ausgehungert
werden. Ihr Embargo setzten die USA weltweit mit allen Mitteln durch.
Wer zuwider handelte, wurde bestraft. Das wird wohl so bleiben, weil
es der Kongress will. Nicht an allen Problemen Kubas ist nur die
Blockade schuld, aber an den größten. Mag sein, dass der Kalte Krieg
vorbei ist. Seine Folgen bleiben. Denn wie ein heißer, so war auch
dieser Krieg zerstörerisch. Die Insel wurde um normale internationale
Beziehungen gebracht und damit um eine selbstbestimmte Entwicklung.
Bleibt aber das Embargo, ist der Händedruck kaum mehr als ein netter
Versuch.

Pressekontakt:
neues deutschland
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Telefon: 030/2978-1715

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