NOZ: Bundesregierung glaubt nicht an schnelle Normalisierung der Beziehungen zu den USA

Bundesregierung glaubt nicht an schnelle
Normalisierung der Beziehungen zu den USA

Transatlantischer Koordinator Beyer: „Deutsch-amerikanisches
Verhältnis braucht eine intellektuelle Frischzellenkur“ – Streit um
Nordstream II „noch nicht ausgestanden“

Osnabrück. Der Transatlantische Koordinator der Bundesregierung
rechnet nicht damit, dass sich die angespannten Beziehungen zu den
USA schnell wieder normalisieren werden. „Es nützt leider wenig, sich
die gute alte Zeit zurückzuwünschen. Wir müssen aufwachen und
erkennen, dass wir die ausgetretenen Pfade vergangener Jahrzehnte
nicht mehr so einfach beschreiten können“, sagte Peter Beyer (CDU) im
Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Freitag). Trotz aller
Misstöne brauche es nun mehr denn je „eine intellektuelle
Frischzellenkur, einen engen kulturellen und menschlichen Austausch“
in den Beziehungen zu den Vereinigten Staaten.

Beyer verteidigte den Vorstoß von Bundesaußenminister Heiko Maas,
wonach sich Deutschland und die EU unabhängiger machen sollten von
den USA als „Denkanstoß in die richtige Richtung“. An die Adresse der
FDP sagte Beyer: „Wer in das Maas–sche Papier zur Neuausrichtung der
transatlantischen Beziehungen Antiamerikanismus hineinliest, liegt
komplett daneben. Weder wenden wir uns von den USA ab, noch wenden
wir uns gegen sie.“ Es müsse aber „doch erlaubt sein, kritische Dinge
zu benennen“, sagte der CDU-Politiker der NOZ weiter.

Im Streit um die umstrittene Gaspipeline Nordstream II sieht Beyer
„noch weitere düstere Wolken am Horizont aufziehen. Ich halte es
nicht für ausgeschlossen, dass der Kongress hinsichtlich der
Sanktionen noch vor den Zwischenwahlen eine klare Sprache sprechen
wird, die dann deutsche und europäische Unternehmen betrifft“, warnte
der Transatlantische Koordinator.

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