NOZ: Klöckner: Kritikern am Tierwohllabel geht es nicht um die Tiere

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Klöckner: Kritikern am Tierwohllabel geht es
nicht um die Tiere

Bundesagrarministerin: Sie hoffen auf ein Scheitern –
Kennzeichnung droht Bio-Boykott

Osnabrück. Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) hat den
Kritikern des staatlichen Tierwohllabels vorgeworfen, Fortschritte
bei der Haltung von Tieren bewusst zu verhindern. Im Interview mit
der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ erklärte Klöckner: „Es gibt Kreise,
die wollten von Anfang an nicht mehr als bisher fürs Tierwohl tun,
die freuen sich natürlich über jede Blockade und hoffen insgeheim
darauf, dass wir mit einem wie jetzt geforderten verpflichtenden
Tierwohlkennzeichnen vielleicht sogar in Brüssel scheitern.“

Zuvor hatten sich die SPD-Bundestagsfraktion und die
CSU-Landesgruppe gegen Klöckners Gesetzentwurf für eine
Tierwohlkennzeichnung ausgesprochen. Sie kritisierten vor allem die
Freiwilligkeit der Kennzeichnung. Klöckner wies darauf hin, dass die
Kriterien fürs Label gemeinsam mit den Regierungsparteien
ausgearbeitet worden seien. „Nun wird blockiert unter einem Vorwand,
der am Ende zu Lasten der Tiere geht.“ Wer ein national
verpflichtendes Tierwohllabel fordere, der spiele aber nicht nur auf
Zeit, „der nimmt das Scheitern bewusst in Kauf“, so Klöckner.

Agrarstaatssekretär Hermann Onko Aeikens sagte der „NOZ“, die
SPD-Bundestagsfraktion sei zuletzt nicht auf Gesprächsangebote
eingegangen und habe keine eigenen Terminvorschläge gemacht. Trotz
alledem liege das Ministerium beim Tierwohllabel im Zeitplan. „Es
wird im kommenden Tagen eine Kommunikation geben“, so Aeikens.

Derweil droht dem Label ein Bio-Boykott. Felix Prinz zu
Löwenstein, Vorstandsvorsitzender des Dachverbandes Bund Ökologische
Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) sagte der „NOZ“, die Pläne der
Regierung seien für die Bio-Branche „überhaupt nicht akzeptabel“. Die
Mehrleistung von Öko-Landwirten gehe bei der jetzt geplanten
Kennzeichnung unter. Er forderte, dass sich das staatliche Label an
der Eier-Kennzeichnung orientieren müsse. Hier werden Bio-Eier mit
einer Null ausgewiesen. Beim staatlichen Label soll Bio-Fleisch in
Kategorie 3 einsortiert werden. „Diese Pläne gegen die
Bio-Tierhaltung konterkarieren die im Koalitionsvertrag festgehaltene
Absicht, den Ökolandbau bis 2030 auf 20 Prozent auszuweiten.“ Den
Bio-Landwirten bleibe „ja gar nichts übrig, als sich gegen das Label
zu positionieren“, so Prinz zu Löwenstein.

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

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