Pflege muss Demenzbetreuung gestalten / bpa-Fachtagung NRW bestärkt Führungsrolle der Pflege in der interdisziplinären Zusammenarbeit mit Ärzten und Therapeuten

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„Die Pflege muss mit ihrer Erfahrung in der
Demenzbetreuung die gestaltende Rolle übernehmen.“ Der
Landesvorsitzende des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer
Dienste e.V. (bpa) Christof Beckmann sieht die Pflegefachkräfte in
der immer wichtiger werdenden Zusammenarbeit mit Ärzten und
Therapeuten als federführende Fachleute. Während in Kliniken und
Praxen oftmals noch Unsicherheit bei der Beurteilung von
Demenzerkrankungen und dem Umgang mit Betroffenen herrscht, stellten
Pflegefachleute auf der bpa-Fachtagung in Essen innovative Ansätze
für die pflegerische Versorgung von Menschen mit Demenz vor.

Pflegende, Ärzte und Therapeuten müssten in Zukunft noch enger
zusammenarbeiten, um die Herausforderungen der steigenden Zahl von
demenzkranken Menschen meistern zu können, sagte der Vizepräsident
der Ärztekammer Nordrhein Bernd Zimmer: „Demenz beginnt mit kleinen
Verhaltensveränderungen, die fallen oft dem Hausarzt auf. Aber: Wir
brauchen auch bei der Therapie Ihre Hilfe, weil wir nicht jeden Tag
beim Patienten sind.“ Es könne nur gemeinsam gehen, betonte der
niedergelassene Allgemeinmediziner aus Wuppertal.

Bei dieser interdisziplinären Zusammenarbeit könnten
Pflegefachkräfte ihre jahrelange Erfahrung einbringen, sagte der
bpa-Landesvorsitzende Beckmann. „Die Demenz als Erkrankung vieler
älterer Menschen beschäftigt uns in der Pflege schon seit vielen
Jahren. Es ist gut, wenn unser Sachverstand einfließt bei der
Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen.“

Basis einer zeitgemäßen Betreuung von Menschen mit Demenz müsse
eine intensive Fallbesprechung werden, um individuelle Bedarfe eines
Pflegebedürftigen berücksichtigen und die einzelnen Maßnahmen der
verschiedenen an der Behandlung und Pflege beteiligten Fachleute
aufeinander abstimmen zu können, sagte der Aachener
Pflegewissenschaftler Dr. Manfred Borutta: „Es geht um die Kunst,
Autonomie und Fürsorge miteinander zu verbinden.“

Wie intensiv und individuell sich die privaten Pflegedienste und
Pflegeeinrichtungen um ältere Menschen mit Demenz kümmern, zeigten
auf der bpa-Fachtagung in der Essener Philharmonie mehrere
Praxisbeispiele aus dem Pflegealltag, die für die rund 250
Teilnehmerinnen und Teilnehmer konkrete Anregungen für die weitere
Pflege von Demenzkranken gaben.

bpa: Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V.
(bpa) bildet mit mehr als 8.000 aktiven Mitgliedseinrichtungen, davon
fast 1.100 in Nordrhein-Westfalen, die größte Interessenvertretung
privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland.
Einrichtungen der ambulanten und (teil-)stationären Pflege, der
Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendhilfe in privater
Trägerschaft sind im bpa organisiert. Die Mitglieder des bpa tragen
die Verantwortung für rund 245.000 Arbeitsplätze und ca. 18.900
Ausbildungsplätze. Das investierte Kapital liegt bei etwa 19,4
Milliarden Euro.

Pressekontakt:
Norbert Grote, Leiter der bpa-Landesgeschäftsstelle NRW, Tel.:
0211/311 39 30

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