Prügelopfer von Burbach spricht im stern: „Ich hörte ihr Gelächter“

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Das Foto seiner Misshandlung im Flüchtlingsheim
Burbach ist weltweit bekannt geworden. Es zeigt, wie ein Wachmann den
Schuh in den Nacken des Flüchtlings drückt. Nun hat sich der
Nordafrikaner Marwan Rahmani das erste Mal seit Bekanntwerden des
Vorfalls geäußert. Im aktuellen stern schildert Rahmani, wie es zu
den Angriffen auf ihn kommen konnte. Und er beschreibt seine
Wahrnehmung des Übergriffs.

Wie stern-Recherchen ergaben, ist das Bild am 15. August in einem
Raum der Wachleute in der Flüchtlingsunterkunft entstanden. Der 28
Jahre alte Rahmani berichtet, er sei an diesem Abend mit Mitbewohnern
auf seinem Zimmer gewesen. Viele Heimbewohner hätten nachts Flaschen
auf die Fensterbank gestellt, um die Getränke kühl zu halten. Eine
dieser Flaschen, sagt Rahmani, sei gegen 22 Uhr heruntergefallen.
Daraufhin hätten die Wachleute sein Zimmer gestürmt, ihn auf den Gang
der alten Kaserne gezerrt und getreten. Mit Handschellen gefesselt
hätten sie ihn in ihr Zimmer gebracht und dort misshandelt. „Ich
hörte ihr Gelächter“, sagt Rahmani. Den Raum nennt er heute „den
Knast“.

Einige Minuten später gab es einen Polizeieinsatz im
Flüchtlingsheim. Nach Gesprächen mit den Sicherheitsleuten nahmen die
Beamten auf, dass Rahmani randaliert habe. Rahmani sagt, er selbst
habe sich aufgrund mangelnder Deutschkenntnisse gegenüber den
Polizisten nicht verständigen können.

Gegen die mutmaßlichen Täter wird inzwischen wegen gefährlicher
Körperverletzung ermittelt. Einer von ihnen, der Siegerländer Markus
H., widerspricht Rahmanis Darstellung. Rahmani habe randaliert, sagte
H. „Spiegel-Online“. H. räumt aber ein, dass ein Kollege den
Flüchtling geschlagen und getreten habe.

Der Flüchtling versuchte nach eigenen Angaben, seine Misshandlung
anzuzeigen. Gegenüber der Heimleitung habe er sich darüber beschwert.
„Doch nichts ist passiert“, sagt Rahmani. Der Betreiber des Heims,
die Firma European Homecare, äußerte sich nicht gegenüber dem stern.
Anfang dieser Woche ließ die Siegener Staatsanwaltschaft die Büros
des Unternehmens durchsuchen, weil es Hinweise darauf gibt, dass
Mitarbeiter von European Homecare von den Taten der Sicherheitsleute
in den sogenannten „Problemzimmern“ wussten.

Im neuen stern geht der Flüchtling auf viele Details des Vorfalls
ein, er beschreibt seine Herkunft, seinen Weg nach Europa und äußert
sich zu seiner Zukunft in Deutschland. „Ich will hier bleiben“, sagt
er. Erst Ende vergangener Woche stellte er formal Antrag auf Asyl.

Pressekontakt:
Dominik Stawski, Telefon: 040/3703-4414

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