Regino-Preis würdigt Justizberichterstattung

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Wiesbaden – Der Regino-Preis für herausragende Justizberichterstattung ging in diesem Jahr an vier Gewinner. „Ich weiss, was die Preisträger geleistet haben“, betonte der Hessische Justizminister Jörg-Uwe Hahn, zugleich diesjähriger Schirrmherr des Regino-Preises, in seinem Grußwort. Die festliche Preisverleihung fand im Historischen Saal des Hessischen Justizministeriums in Wiesbaden am Freitag statt. Der Regino-Preis wird jährlich von der Fachzeitschrift „Neue Juristische Wochenschrift“ (NJW) sowie dem Gründer des Preises, dem Koblenzer Rechtsanwalt Wolfgang Ferner, verliehen. Die Auszeichnung würdigt besondere journalistische Leistungen zu Justizthemen in den Kategorien Print, Hörfunk und Fernsehen.

Der Seite-Drei-Artikel „Fast wie im richtigen Leben“ in der Süddeutschen Zeitung bescherte dem Journalisten Dr. Wolfgang Janisch den diesjährigen Regino-Preis in der Kategorie Print. Janisch beschreibt das verfahrene Verhältnis zwischen dem Präsidenten des Bundesgerichtshofs, Klaus Tolksdorf, und dem Bundesrichter Thomas Fischer im Streit um einen Senatsvorsitz beim BGH. NJW-Chefredakteur und Jury-Mitglied Tobias Freudenberg hob in seiner Laudatio vor allem die ausgewogene Berichterstattung sowie Sprache und Komposition des Artikels hervor. „Der Autor verzahnt gekonnt die Hintergründe der Affäre mit beeindruckenden Portraits der beiden Protagonisten“, lobte er.

Einen Weg mit veränderter Perspektive beschritt Gerichtsreporterin Heike Borufka vom Hessischen Rundfunk in dem Radio-Feature „Der Fall Johanna Bohnacker“. Darin schaut sie weniger nach dem Täter des Gewaltverbrechens, von dem auch nach zwölf Jahren jede Spur fehlt, sondern fragte sich vielmehr, wie die Eltern mit dem Verlust ihrer damals achtjährigen Tochter umgehen. Das „Mini-Hörspiel“ erhielt den Regino-Preis in der Kategorie Hörfunk. Laudatorin und Jury-Mitglied Hildegard Becker-Toussaint: „Richtigerweise erfolgt keine Beurteilung der Situation durch die Journalistin. Der Hörer soll selbst urteilen.“

In der Reihe „Die großen Kriminalfälle“ rollen die Filmemacher Peter Gerhardt und Kamil Taylan, beide arbeiten ebenfalls für den Hessischen Rundfunk, in der Folge „Das falsche Geständnis des Günther Kaufmann“ einen bekannten Justizirrtum auf. Sie bekamen dafür den Regino-Preis in der Kategorie Fernsehen. Die beiden berichten über einen komplexen Kriminalfall, in dessen Verlauf der Schauspieler Günther Kaufmann wegen Mordes an einem Münchner Steuerberater verurteilt, drei Jahre später aber in allen Punkten freigesprochen wurde. In dem Film erzählen Günther Kaufmann und der damals ermittelnde Kriminalkommissar Josef Wilfling ihre Geschichten, ein Duell zwischen Schauspieler und Kommissar. „Eine hervorragende Arbeit, die Einblicke in die Psychologie eines Strafverfahrens und eines selbstbewussten Schauspielers gibt“, betonte Laudator Wolfgang Ferner.

Der Presserechtler Gernot Lehr mahnte Journalisten und Justizvertreter in seinem Festvortrag „Pressefreiheit und Persönlichkeitsrechte – ein Spannungsverhältnis auch für die Öffentlichkeitsarbeit der Justiz“ eindringlich, die Grenzen zur Illegalität der Berichterstattung rechtzeitig zu erkennen und zu beachten.

Der Regino-Preis ist dotiert mit 750 Euro je Kategorie. Er ist auch für 2013 wieder ausgeschrieben. Weitere Infos finden Sie unter www.regino-preis.beck.de.

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