Rheinische Post: Frust-Wahl in Island Kommentar Von Matthias Beermann

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Das Ergebnis der Parlamentswahl in Island kam
nicht unerwartet, es lässt sich erklären, aber es bleibt
problematisch. Mit deutlicher Mehrheit kehren Konservative und
Liberale, die die kleine Inselrepublik 2008 an den Rand des
Staatsbankrotts geführt hatten, an die Macht zurück. Die
Mitte-Links-Koalition, die Island nach dem Zusammenbruch seines
Bankensektors seit 2009 regierte, wurde abgestraft – trotz einer
exzellenten Bilanz: Die Staatsfinanzen wurden in Rekordzeit saniert,
ein internationaler Notkredit vorzeitig zurückgezahlt, die
Arbeitslosigkeit auf fünf Prozent halbiert. Aber vielen Isländern war
das egal. Sie sind seit dem Bankencrash hoch verschuldet, ihre Sorgen
hat die Regierung nicht ernst genug genommen. Mit dem – kaum
einlösbaren – Versprechen eines 20-prozentigen Schuldenschnitts hat
die Opposition die Wahl gewonnen und auch mit einer Abkehr von der
EU. Beides ist populär und zeigt über Island hinaus, wie politisch
brisant der Kampf gegen die Schuldenkrise in Europa ist. Die
frustrierten Wähler sind sehr empfänglich geworden für einfache
Parolen.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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