Rheinische Post: Gewalt in Katalonien Kommentar Von Matthias Beermann

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Die Forderung nach einer Loslösung Kataloniens
vom Rest Spaniens ist wahrhaftig nicht neu, sie ist fester
Bestandteil der politischen Identität einer Region, die traditionell
auf Abstand zur Zentralregierung in Madrid achtet. Das hat mit
kulturellem Stolz zu tun, vor allem aber auch mit Besitzstandsdenken
in Spaniens reichster Region. Dass sich der Streit gerade jetzt
derart zuspitzt, ist auch eine Folge der schweren Wirtschaftskrise,
die Spanien in den letzten Jahren durchgemacht hat. Sie hat bei
vielen Katalanen die Idee verstärkt, in einem unabhängigen Staat
ließe es sich besser leben. Die Regierung in Madrid ist formal im
Recht, wenn sie jetzt gegen das geplante Referendum vorgeht, das
gegen die spanische Verfassung verstößt. Aber es hätte im Vorfeld die
Möglichkeit gegeben, politisch Dampf aus dem Kessel zu lassen. Hätte
das spanische Parlament den Weg für eine Abstimmung in Katalonien
freigemacht, wäre diese höchstwahrscheinlich für einen Verbleib bei
Spanien ausgegangen. Jetzt aber droht am 1. Oktober sogar Gewalt, und
damit rückt eine Spaltung Spaniens tatsächlich näher.

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