Rheinische Post: Kommentar / EU darf sich von Trump nicht spalten lassen = Von Birgit Marschall

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Die Deeskalation des Handelsstreits mit den USA
hat für die Bundeskanzlerin zu Recht allerhöchste Priorität. Eine
drohende Spirale von globalen Vergeltungsmaßnahmen würde vor allem
Deutschland schaden. Die Bundesrepublik wird oft für ihre
Exporterfolge kritisiert und beneidet, nicht nur von Trump. Aber eine
politisch herbeigeführte Reduzierung des hohen
Außenhandelsüberschusses würde nicht nur der deutschen Wirtschaft
massiv schaden, sondern auch anderen Ländern. Deutsche Unternehmen
investieren ihr Geld im Ausland und schaffen dort Hunderttausende
Arbeitsplätze. Zudem ist die EU längst so vernetzt, dass ein Schaden
uns alle gemeinsam träfe. Europa muss jetzt zusammenstehen und darf
sich von Trump nicht spalten lassen. Erkennbar ist bereits, wie
schwer sich die EU mit einer gemeinsamen Reaktion tut. Bis jetzt ist
es der EU-Kommission nicht gelungen, ein Verhandlungsangebot der 28
EU-Staaten an Trump zu organisieren. Frankreich will seinen
Agrarsektor schützen, Deutschland seine Metallindustrie, andere
EU-Länder pflegen kaum Handel mit den USA. Am Ende sollten alle
einsehen, dass Europas Zugpferd Deutschland nicht durch nationale
Taktierereien geschwächt werden darf.

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