Rheinische Post: Kommentar: Freunde in der Krise

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Vor einem Jahr kippte Merkel die
deutsch-israelischen Regierungskonsultationen offenbar aus
Verärgerung über den Siedlungsbau, nun legt Israel zum Treffen nach,
indem es eine Beduinensiedlung abreißen will. Merkel äußert darüber
ihre „Sorge“. Im Gegenzug monieren die Gastgeber, Berlin tue zu wenig
gegen die Israel-Boykott-Bewegung. Den Umgang mit dem iranischen
Atomdeal identifizieren beide Seiten als Thema anhaltender
Uneinigkeit. Diese Kulisse zeigt, wie tief die deutsch-israelische
Freundschaft in der Krise steckt. Von Deutschland aus fallen
Ratschläge leicht. Debatten und Beschlüsse wären hier wohl auch
anders, wenn iranische Truppen in Venlo stünden, sich antideutsche
Terrorgruppen in Dänemark bewaffneten und täglich Granaten im
Rheinland einschlügen. Die Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem
hat den Druck des Westens auf eine Zweistaatenlösung geschwächt.
Richtig ist, mit einem deutsch-israelischen Jugendwerk an der
Freundschaft dort anzusetzen, wo sie konkret erfahrbar wird. Auf
politischer Ebene erscheint dies nicht viel mehr als der Versuch
einer Krisenbegrenzung.

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