Rheinische Post: Kommentar / Glückliche Familie und volle Sozialkassen = Von Eva Quadbeck

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Am grünen Tisch rechnen Ökonomen gern vor, wie
gut eine höhere Erwerbstätigkeit von Frauen für die Volkswirtschaft
ist. Dass eine hohe Beschäftigung die Sozialkassen füllt und
stabilisiert, ist eine Binsenweisheit und dass es sinnvoll ist, mit
dem Ausbau von Kinderbetreuungsangeboten Müttern die Rückkehr in den
Job zu ermöglichen, bestreitet heute niemand mehr. Allerdings hat das
Wachstum der Wochenarbeitsstunden junger Eltern seine Grenzen. Wenn
hoch qualifizierte Frauen den Vorstellungen der Ökonomen entsprechen
und spätestens ein Jahr nach der Entbindung in Vollzeit in den Job
zurückkehren, dann klopfen inzwischen die Väter bei ihren
Arbeitgebern an und bitten um Teilzeit-Lösungen. Wenn man am einen
Ende der Decke zieht, wird sie eben am anderen Ende kürzer. Es ist
eine absolut positive Entwicklung, dass Mütter und Väter sich heute
immer häufiger frei entscheiden können, wer wie und wann Geld
verdient und wer sich wie und wann um die Kinder kümmert. Graue
Theorie aber ist, dass sich zwei anspruchsvolle Vollzeit-Jobs mit
einem glücklichen Familienleben vereinbaren lassen – so gut das auch
für die Sozialkassen wäre.

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