Rheinische Post: Kommentar: Kein Kind, mehr Beitrag

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Lange hat die Politik das Thema Pflege
stiefmütterlich behandelt. Früher war sie Privatsache (meist auf dem
Rücken von Töchtern ausgetragen) und die Zahl der Betroffenen
überschaubar. Doch je älter die Menschen werden, desto mehr
Pflegebedürftige gibt es. Daher ist es gut, dass die große Koalition
ein Hilfspaket auf den Weg gebracht hat, auch wenn 13.000
Extra-Stellen nur ein Anfang sind und noch besetzt werden müssen.
Erschwert wird dies dadurch, dass Altenpfleger oft schlechter
bezahlt werden als Krankenpfleger. Pflege wird teurer, schon 2019.
Man wundert sich, warum SPD-Arbeitsminister Hubertus Heil die Pläne
seines Kollegen Jens Spahn ablehnt, der den Beitrag für Kinderlose
erhöhen will. Das sei eine Strafe für Kinderlose, so Heil. Falsch.
Der Generationenvertrag hat zwei Seiten: Die Jungen zahlen für die
Alten und sie bekommen genug Kinder, die sie selbst im Alter
absichern. Letzteres tun Kinderlose nicht, weshalb es recht und
billig ist, sie beim Geld stärker in die Pflicht zu nehmen. Mit der
Erziehungsleistung hat 2001 schon das Verfassungsgericht
argumentiert. Es geht nicht um Strafe, sondern Gerechtigkeit.

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