Rheinische Post: Kommentar: Schneller digitalisieren

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Im Ausland ist es nur schwer zu vermitteln:
Dass Lehrer in vielen deutschen Schulen noch immer an Kreidetafeln
schreiben, ruft in Frankreich oder Großbritannien Verwunderung
hervor. Dort sind elektronische Tafeln, Whiteboards genannt, längst
üblich. Zur digitalen Grundausstattung einer Schule gehört aber noch
viel mehr als das: Computer-Arbeitsplätze in ausreichender Menge für
Schüler und Lehrer zum Beispiel oder ein stabiler W-Lan-Anschluss in
jedem Klassenzimmer. Es ist daher gut, dass die
Kultusministerkonferenz das Thema forciert und eine entsprechende
Bund-Länder-Vereinbarung schließen will. Doch damit ist das Ziel
längst nicht erreicht. Um die fünf Milliarden Euro Bundesmittel
abrufen zu können, muss das Grundgesetz geändert werden. Wie schnell
das geht, hängt von der FDP und den Grünen im Bund ab. Wenn es gut
läuft, können die Kommunen im Frühjahr 2019 an das Geld heran. Aber
haben sie überhaupt die Kapazitäten, um die Antragsverfahren zu
stemmen? So vergehen weitere Monate. Ein Industrieland, dessen
wichtigste Ressource Wissen ist, kann sich das kaum erlauben.

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