Save the Children eröffnet Isolations- und Behandlungszentrum in Cox–s Bazar / Zahl der COVID-19-Infektionen in Rohingya-Flüchtlingslager steigt

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Inmitten der angespannten Situation aufgrund des COVID-19-Ausbruchs im Rohingya-Camp in Bangladesch eröffnet Save the Children ein Isolations- und Behandlungszentrum (ITC). Mit einer Kapazität von bis zu 60 Betten bietet die neu errichtete Station in Cox–s Bazar eine bessere Versorgung von COVID-19-Patienten aus der Rohingya-Flüchtlingsgemeinde und der einheimischen Bevölkerung. Das Zentrum ist rund um die Uhr geöffnet. Es verfügt über ein eigenes Abfallsystem, eine Küche, eine Wäscherei, eine Leichenhalle und ein Labor, in dem Proben für Tests gesammelt werden.

“Unser neues Isolations- und Behandlungszentrum wird mäßige bis schwere Fälle von COVID-19 und Verdachtsfälle versorgen” sagt der Landesdirektor von Save the Children in Bangladesch, Onno van Manen. “Außerdem gibt es einen speziellen Bereich, in dem schwangere Frauen mit COVID-19 ihre Babys sicher zur Welt bringen können und in dem es Hilfe bei geschlechtsspezifischer Gewalt gibt. Das Team besteht aus insgesamt 80 Gesundheitsfachkräften und Helfenden, darunter Mitarbeitende der Emergency Health Unit (EHU) von Save the Children, die über weltweite Erfahrung im Umgang mit Epidemien verfügt – darunter die Ebola-Epidemien in Afrika.

Rachel Pounds, Leiterin der EHU, sagt: “Wir wissen noch nicht, wie sich dieses Virus in dem überfüllten Flüchtlingslager auswirken wird, in dem Kinder schon jetzt anfälliger für Infektionskrankheiten sind, weil sie keinen Zugang zu regelmäßiger medizinischer Versorgung, Impfungen und angemessener täglicher Ernährung haben.”

Bislang wurden im Flüchtlingslager von Cox–s Bazar 46 Ansteckungen mit COVID-19 und fünf Todesfälle registriert. Es gibt jedoch nur wenig Testkapazitäten und die tatsächliche Zahl der Infektionen mit dem Virus dürfte höher sein. Das mit 855.000 Bewohnern größte Flüchtlingslager der Welt ist äußerst dicht besiedelt. Es gibt nicht genügend Waschmöglichkeiten und Latrinen, um Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten. In jedem zehnten Haushalt leidet mindestens eine Person über fünf Jahren an einer chronischen Krankheit oder Behinderung. Das erhöht im Falle einer Infektion mit COVID-19 das Risiko auf Komplikationen oder Todesfälle. Fast die Hälfte der Flüchtlinge ist zudem nicht ausreichend ernährt. Unterernährte Kinder sind potenziell einem höheren Risiko ausgesetzt, an dem Virus zu erkranken.

Die nach Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation und in Abstimmung mit der Regierung von Bangladesch errichtete Klinik ist ein wichtiger Baustein bei der Eindämmung des Virus. Ferner setzt Save the Children auf Aufklärung: “Aus unserem Ebola-Einsatz in der Demokratischen Republik Kongo haben wir gelernt: Das wichtigste war das Engagement und die Bewusstseinsbildung in der Gemeinde – und dies ist wiederum wesentlich für unsere COVID-19-Reaktion in Cox–s Bazar”, sagt Rachel Pounds. “Eine der besten Möglichkeiten, die Übertragungsraten zu verlangsamen, besteht darin, Kinder und Erwachsene mit den Informationen auszustatten, die sie brauchen, um sich zu schützen und zu verstehen, wie sie dazu beitragen können, gefährdete Familienmitglieder vor dem Virus zu schützen.”

Pounds fordert zudem die internationale Gemeinschaft auf, die Regierung von Bangladesch beim Kampf gegen die Pandemie zu unterstützen und sicherzustellen, dass dringend benötigte Mittel für die Rohingya-Flüchtlinge und die Aufnahmegemeinschaften von Cox–s Bazar bereitgestellt werden. “Untätigkeit könnte zu einem katastrophalen und vermeidbaren Verlust an Menschenleben führen”, sagt die Leiterin der Emergency Health Unit von Save the Children.

Die Sorge vor einer Ausbreitung des Virus schlägt sich auch in der emotionalen Verfassung der Kinder im Rohingya-Camp nieder. Vier von zehn Kindern haben Angst davor, zu sterben oder ein Familienmitglied durch das Corona-Virus zu verlieren. Mehrere Hilfsorganisationen, darunter Save the Children, sprachen mit 223 Kindern und Jugendlichen im Lager Cox–s Bazar über ihren Umgang mit COVID-19. Fast alle Kinder hatten von der Krankheit gehört und viele wussten, auf welche Symptome sie achten sollten. Zwei Drittel der Kinder (64 Prozent) hatten Angst, sich anzustecken, während die Hälfte von ihnen eher besorgt war, weil Spielplätze und Lernzentren geschlossen wurden.

Save the Children war als eine der ersten Hilfsorganisationen im Rohingya-Camp von Cox–s Bazar im Einsatz. Die Kinderrechtsorganisation ist dort in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Kinderschutz tätig. Im Zusammenhang mit dem Kampf gegen COVID-19 setzt Save the Children auf Aufklärung, eine spezialisierte Gesundheitsversorgung und auf die Fortsetzung der lebenswichtigen Gesundheitsdienste.

Unter folgendem Link finden Sie Fotos und Schnittbilder zum Isolations- und Behandlungszentrum in Cox–s Bazar:

https://www.contenthubsavethechildren.org/Package/2O4C2SQHFGEN (https://eur03.sa felinks.protection.outlook.com/?url=https%3A%2F%2Fwww.contenthubsavethechildren. org%2FPackage%2F2O4C2SQHFGEN&data=01%7C01%7CSusanne.Sawadogo%40savethechildren.d e%7C21dbf1476b0146797ba408d818242c32%7C7e675e17e6ed49b38fb77005366df847%7C0&sdat a=lV36BdqjkePJzAhhfbYeDgGKqW9YKTQ%2B2tnV9SXlq3s%3D&reserved=0)

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Über Save the Children

Im Nachkriegsjahr 1919 gründete die britische Sozialreformerin und Kinderrechtlerin Eglantyne Jebb Save the Children, um Kinder in Deutschland und Österreich vor dem Hungertod zu retten. Heute ist die inzwischen größte unabhängige Kinderrechtsorganisation der Welt in über 110 Ländern im Einsatz. Save the Children ist da für Kinder in Kriegen, Konflikten und Katastrophen – seit 100 Jahren und darüber hinaus. Diese Kinder zu schützen, zu stärken und zu fördern ist das zentrale Anliegen der Organisation. Die Schwerpunkte der Arbeit liegen in den Bereichen Schule und Bildung, Schutz vor Ausbeutung und Gewalt sowie Überleben und Gesundheit. Save the Children setzt sich ein für eine Welt, die die Rechte der Kinder achtet. Eine Welt, in der alle Kinder gesund und sicher leben und frei und selbstbestimmt aufwachsen können.

Pressekontakt:

Save the Children Deutschland e.V.
Pressestelle – Susanne Sawadogo
Tel.: +49 (30) 27 59 59 79 – 120
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