Südwest Presse: KOMMENTAR · FACEBOOK

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Nackt im Internet

Im Internet gibt es eine Währung, und die heißt nicht Euro, Dollar
oder Renminbi. Nutzer bezahlen die Dienste etwa des Online-Netzwerks
Facebook mit Informationen über sich selbst. An den weltweit 800
Millionen Mitgliedern verdient Facebook Milliarden. Das Wissen wird
an die Industrie verkauft, Firmen buhlen um Werbeplätze auf den
Seiten. Dies sollten auch die 4,3 Millionen Deutschen wissen, die
dort plaudern, flirten, sich informieren und unterhalten lassen. In
einigen Wochen wird es zwar noch viel mehr Angebote auf den Seiten
geben. Aber im Internet ist nichts umsonst – auch wenn es auf den
ersten Blick so aussieht. Facebook wird zum Terminplaner, den andere
einsehen. Zur Bewertungsplattform, die Freunde beeinflusst. Zum
Tagebuch, das für Bekannte offen steht. Nutzer präsentieren sich
selbst digital nackt in Wort, Bild und Film. Facebook macht die
Nutzer zu Exhibitionisten und Voyeuristen gleichermaßen. Wie in einem
Gespräch ist es schwer, die Kommunikation einfach zu unterbrechen.
Viele Nutzer melden sich mehrfach täglich an, schreiben auch während
der Arbeit. Genau diese Abhängigkeit, die möglichst permanente
Anwesenheit, will Facebook erreichen. Niemand braucht mehr Google und
Twitter. Auf Datenschützer sollte sich dabei keiner verlassen. Wie in
der Geschichte von Hase und Igel rennen sie stets hinterher. Das
einzige, was etwas hilft: Öfters den gut versteckten Abmelde-Knopf
suchen.

Pressekontakt:
Südwest Presse
Lothar Tolks
Telefon: 0731/156218

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