Südwest Presse: Kommentar zu Grüne

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Eine strategische Meisterleistung war die
PR-Offensive, die Winfried Kretschmann im Vorfeld des
Grünen-Parteitags gestartet hatte, gewiss nicht. Die Kritik, die der
baden-württembergische Ministerpräsident am Wahlprogramm seiner
Partei übte, wurde von der überwältigenden Mehrheit der Delegierten
nicht geteilt. Was für Kretschmann aber schlimmer ist: Der einzige
Regierungschef der Grünen in Deutschland hat sich mit seiner
demonstrativen Warnung vor zu großen Belastungen für die Wirtschaft
viele Sympathien verscherzt, in der Führung der Bundespartei wie in
anderen Landesverbänden. Deutlich wurde, dass Kretschmann und seine
Gefolgsleute die Welt ausschließlich so betrachten, wie sie sich
ihnen im Südwesten der Republik darstellt. Das mag aus der Sicht des
Stuttgarter Landesvaters verständlich sein, reicht aber nicht für
eine Partei, die den Anspruch erhebt, Verantwortung für ein
Gemeinwesen zu übernehmen, in dem es einen fairen Interessenausgleich
zwischen Nord und Süd, Ost und West gibt, zwischen Vermögenden und
Geringverdienern, zwischen Mittelständlern und Arbeitnehmern. Die
Grünen haben sich eindeutig für den Kurs einer sozial ausgewogenen
Umverteilung entschieden, starke Schultern sollen mehr tragen als
schwache. Ein Programm also, das eher mit der SPD zu verwirklichen
ist als mit der Union. Auch diese Erkenntnis nahm Kretschmann aus
Berlin mit. Sie mag ihm nicht unbedingt behagen, aber mindestens bis
zum 22. September muss er sie jetzt respektieren, will er nicht
wieder aus der geschlossenen Wahlkampffront seiner Partei ausscheren.

Pressekontakt:
Südwest Presse
Lothar Tolks
Telefon: 0731/156218

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