Täglich werden 41.000 Kinder zwangsverheiratet / SOS-Kinderdörfer: Praxis führt zu zehntausendfachem Tod (FOTO)

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Jeden Tag werden weltweit 41.000 Kinder zwangsverheiratet.
Jährlich sind dies 15 Millionen Kinder, über 80 Prozent davon
Mädchen. Darauf weisen die SOS-Kinderdörfer anlässlich des
internationalen Tags der Kinderrechte (20. November) hin. „Die
Kinderehe gehört zu den schlimmsten Kinderrechtsverletzungen. Sie
verstößt vielfältig gegen die UN-Kinderrechtskonvention – gegen das
Recht des Kindes auf Mitbestimmung, das Recht auf Gewaltfreiheit und
gegen sexuelle Ausbeutung. Sie hat schwerwiegende Folgen für das
ganze Leben der Mädchen“, teilt der Sprecher der SOS-Kinderdörfer
weltweit, Louay Yassin, in München mit.

Nach Angaben der Organisation werden viele der jungen Ehefrauen
Opfer häuslicher Gewalt und sexueller Übergriffe. Häufig werden sie
schwanger, noch bevor ihr Körper ausgereift ist, was zu
Komplikationen oder sogar dem Tod führt. 70.000 minderjährige Mädchen
sterben jährlich während Schwangerschaft und Geburt. In armen Ländern
ist das eine der häufigsten Todesursachen in dieser Altersgruppe.
Zudem wird den meisten zwangsverheirateten Mädchen das Recht auf
Bildung verwehrt: Sie müssen die Schule abbrechen und haben auch
später kaum Entwicklungschancen.

Wie die SOS-Kinderdörfer betonen, existiert ein eindeutiger
Zusammenhang zwischen der Zahl der Kinderehen und dem Wohlstand eines
Landes. „Da, wo Armut und Not groß sind, werden – oft aus
Verzweiflung – besonders viele Minderjährige verheiratet“, erklärt
Yassin. Entsprechend seien die Zahlen in Afrika südlich der Sahara
und in Asien besonders hoch. Am schlimmsten sei die Situation in
Niger, wo Dreiviertel aller Mädchen unter 18 verheiratet sind. Es
folgen die Zentralafrikanische Republik (68 %), der Tschad (67 %) und
Bangladesch (59 %). Die höchste absolute Zahl der zwangsverheirateten
Mädchen findet sich in Indien: Obwohl die Quote dort in den letzten
zehn Jahren von fast 50 Prozent auf 27 Prozent gesunken ist, sind
aktuell über 15 Millionen indischer Mädchen unter 18 verheiratet. Die
Kinderhilfsorganisation fordert eine weltweite Ächtung dieser Praxis:
„Kinder gehören nicht in eine Ehe, sondern in eine Schule“, sagt
Yassin.

Die SOS-Kinderdörfer setzen sich seit Jahrzehnten für das Ende von
Kinderehen und die Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention ein. Indem
sie Familien aus der Armut helfen, bekämpfen sie eine der
Hauptursachen für Zwangsehen. Sie leisten Aufklärungsarbeit und
machen sich stark dafür, dass die Kinderehe gesetzlich verboten wird.

Pressekontakt:
Louay Yassin
Pressesprecher
SOS-Kinderdörfer weltweit
Tel.: 089/179 14-259
E-Mail: louay.yassin@sos-kd.org
www.sos-kinderdoerfer.de

Original-Content von: SOS-Kinderdörfer weltweit, übermittelt durch news aktuell

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