Unions-Frauen verspielen frauenpolitischen Kredit

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Zur Erweiterung der Anzahl der Sachverstaendigen in der Enquete-Kommission „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualitaet“ erklaert die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion Elke Ferner:

Waehrend die Fraktionen mit ihren Benennungen fuer die Enquete-Kommission dafuer gesorgt haben, dass die Seite der Bundestagsabgeordneten mit 52,94 Prozent Frauen vorbildlich besetzt ist, wurden Frauen auf der Sachverstaendigenbank voellig ausgeblendet.

Aus dem Blick politischer Fairness ist das ein Skandal. Der Frauenanteil bei der Einsetzung der Kommission betrug insgesamt nur 24 Prozent.

Mit einem fraktionsuebergreifenden Gruppenantrag zusammen mit moeglichst vielen Kolleginnen im Bundestag soll nun die Sachverstaendigenbank um weitere acht (weibliche) Mitglieder erweitert werden. Ein frauenpolitisches Zeichen.

Allerdings scheinen sich die gleichstellungspolitischen Ambitionen der Unionsfrauen leider darin zu erschoepfen, dass sie sich mit dem Einwechseln einer einzigen Frau bei den von der Union zu benennenden Sachverstaendigen zufrieden geben. Das ist kein Erfolg, sondern ein Armutszeugnis.

Es ist schade, dass die Unions-Frauen sich lieber mit einem Spatz in der Hand abspeisen lassen als um die Taube auf dem Dach zu kaempfen. Doch dies scheint ja leider frauenpolitisches Programm der Union zu sein – wie uns ja auch immer wieder die sogenannte Frauenministerin beweist.

Es ist ein Unding, dass in der heutigen Zeit ein 17-koepfiges Sachverstaendigengremium komplett ohne Frauen eingesetzt werden kann!

Mit einem derart eingeschraenkten maennlichen Blick, werden fundamental wichtige Perspektiven ausgeklammert und Wirtschaft leider wieder zur alleinigen Maennerdomaene erklaert. Da reicht auch nicht eine Frau aus, die kurzerhand mal als Alibi nachgeschoben wird.

Seit Jahren forschen zahlreiche Oekonominnen und Soziologinnen auf den Gebieten von Wachstum und Wohlstand in Verbindung mit dem Wandel der Geschlechterverhaeltnisse, um Antworten auf die Frage nach Indikatoren wirtschaftlichen Wachstums zu finden.

Ihre Kritik liegt vor allem darin, dass nur das Bruttoinlandsprodukt als Indikator fuer wirtschaftliches Wachstum gilt. Gesellschaftliche Arbeit wird demnach mit bezahlter Arbeit gleichgesetzt.

Dass so aber die unbezahlte soziale Arbeit – die einen Grossteil gesellschaftlicher Arbeit ausmacht – nicht wertgeschaetzt wird, wird in der Debatte ebenso vergessen wie Bildung, Verteilungsgerechtigkeit oder politische Teilhabe. Unbezahlte Taetigkeiten wie zum Beispiel die Pflege von Angehoerigen oder die Erziehung von Kindern werden seit jeher von Frauen erbracht und ebenso seit jeher nicht als „Arbeit“ geschaetzt.

Es gibt sie, die weiblichen Expertinnen.

Wir koennen uns es nicht leisten, ohne den Sachverstand der Frauen ueber die Zukunft unseres Landes zu diskutieren und zu entscheiden.

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