Ware Kind: Alle acht Minuten wird in Indien ein Kind vermisst

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Geringe Kosten, hohe Profite – alle acht Minuten
wird in Indien ein Kind vermisst und in den allermeisten Fällen von
Menschenhändlern verschleppt. Das vermeldet die Hilfsorganisation
SOS-Kinderdörfer. Die Zahl basiert auf Erkenntnissen des staatlichen
„National Crime Records Büro“ und deckt sich mit dem, was
SOS-Mitarbeiter täglich erleben. „Manchmal verschwinden Kinder
buchstäblich über Nacht“, sagt Shubha Murthi, Leiterin der
SOS-Kinderdörfer in Asien. „Kinderhandel in Indien ist ein riesiges
Problem. Die Jungen und Mädchen werden zur sexuellen Ausbeutung und
als Kindersklaven für Betriebe, die Landwirtschaft oder Haushalte
vermittelt“, so Murthi weiter.

„Die Kinder werden gekidnappt und vermarktet, in anderen Fällen
mit falschen Versprechungen geködert: Es heißt, sie bekämen einen
guten Job, Bildung und Wohlstand. Viele bezahlen die jahrelangen
Gräuel im kommerziellen Sexgeschäft oder in der modernen Slaverei mit
ihrem Leben.“ So schildert Murthi die Geschäftspraktiken der
Menschenhändler. Ein Großteil des Kinderhandels würde innerhalb des
Landes abgewickelt, aber auch Kinder aus angrenzenden Ländern wie
Nepal und Bangladesch an zahlungskräftige Inder verkauft. Indische
Kinder wiederum würden in Nachbarstaaten verschleppt.

Nur selten gelinge es den Behörden, das Verbrechen aufzudecken und
die Kinder zu befreien. Manche dieser Kinder, deren Familien nicht
mehr ausfindig gemacht werden können, bekämen in den
SOS-Kinderdörfern ein neues Zuhause.

Die Ursachen für den Kinderhandel sieht Murthi unter anderem in
der großen Armut, der die Menschen zu entkommen versuchen, in
Gesetzeslücken, mangelnder Rechtssicherheit und der Diskriminierung
und Benachteiligung ganzer Bevölkerungsgruppen. „Diese Menschen sind
aufgrund von Not und Unwissenheit besonders gefährdet und zudem
unzureichend geschützt“, sagt Murthi. Man könne das Problem nur mit
umfassenden Lösungen in den Griff bekommen: „Bildung, soziales
Bewusstsein und ein Ende der Diskriminierung sind hier die
Schlüsselpunkte. Außerdem brauchen wir schärfere Gesetze!“

Die SOS-Kinderdörfer setzen sich seit Jahren mit einer Reihe von
Maßnahmen gegen Kinderhandel in Indien ein, unter anderem durch
Aufklärung und die SOS-Familienstärkung, die die Familien dabei
unterstützt, Wege aus der Armut zu finden, ohne dass sie ihre Kinder
weggeben müssen.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Boris Breyer
Stellvertretender Pressesprecher
SOS-Kinderdörfer weltweit
Tel.: 089/179 14-287
E-Mail: boris.breyer@sos-kd.org
www.sos-kinderdoerfer.de

Original-Content von: SOS-Kinderdörfer weltweit, übermittelt durch news aktuell

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