Da ist es Angela Merkel nach glanzlosen
Koalitionsverhandlungen doch noch gelungen, ein Sternchen am
Kabinettshimmel leuchten zu lassen. Mit Ursula von der Leyen als
erster Frau auf dem Posten des Verteidigungsministers ist mehr
verbunden als eine bloße Personalie: Macht sie den Job gut als
oberste Dienstherrin der Soldaten, ist von der Leyen dereinst gewiss
eine Kandidatin fürs Kanzleramt. Das sperrige Ministerium ist eine
Bewährungsprobe. Und für Merkel fällt dabei der angenehme Effekt ab,
dass von der Leyen vor lauter Arbeit kaum auf die Idee verfallen
dürfte, ihrer Chefin ins Handwerk zu pfuschen, wie sie das schon mal
als Arbeitsministerin tat.
Und die SPD? Hier konzentriert sich das Augenmerk auf den Chef
selbst. Sigmar Gabriel hat den anspruchsvollsten Ministerposten als
Zuständiger für Wirtschaft und Energie. Das ist mutig, denn bei der
Reparatur der verkorksten Energiewende gibt es mehr zu verlieren als
zu gewinnen. Gabriel übernimmt Verantwortung. Auch das ist für die
machtpolitisch gewiefte Merkel ein Gewinn: Für parteipolitische
Mätzchen ist da kein Raum, schon gar nicht, wenn Strompreise steigen.
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