WAZ: Spaltpilz Hartz
– Kommentar von Miguel Sanches

Abgelegt unter: Innenpolitik |





Es hat früher angefangen. Mit Hartz IV wurde die
Entfremdung zwischen Gewerkschaften und SPD aber politisch
aktenkundig. Es war die Geburtsstunde jener Bewegung, die zur
Linkspartei führte; bei der Gewerkschafter – und IG Metaller vorneweg
– als Hebammen zu Diensten waren. Es passt und ist obendrein eine
bittere Pointe, dass der Streit jetzt wieder hochkocht, Jahre später,
wenn Bundestag und Bundesrat die Reform nachbessern. Von der IG
Metall kommt statt Lob für die Einsicht nur Kritik an der SPD. Im
Zuge der Reform werden die Leiharbeiter nicht so geschützt wie
gewünscht. Der Wortwechsel darüber zwischen SPD-Chef Sigmar Gabriel
und Detlef Wetzel von der IG Metall reißt Gräben auf, die man längst
zugeschüttet wähnte. Ein Gewerkschaftstag steht an. Flügel ringen um
Einfluss und Stimmen, spiegelbildlich SPD und Linkspartei. Auch so
erklärt sich, warum ein Mann wie Wetzel sein Mütchen an den
Sozialdemokraten kühlte. Gabriel sollte die Sache indes nicht auf
sich beruhen lassen. Es gibt einiges zu besprechen mit dem
Gewerkschaftsrat der SPD. Und so ist Hartz IV bis heute ein Spaltpilz
geblieben.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
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