Welthungerhilfe: Klimawandel, Korruption und Unruhen verschärfen den Hunger in Haiti

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Knapp zehn Jahre nach dem verheerenden Erdbeben warnt die
Welthungerhilfe gemeinsam mit knapp 30 internationalen Hilfsorganisationen
davor, dass der Hunger in Haiti wieder auf dem Vormarsch ist. Eine neue Studie
der Vereinten Nationen und der haitianischen Regierung zeigt, dass sich die
Ernährungslage enorm verschlechtert hat und schon jetzt 35 Prozent der
Bevölkerung dringend auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen sind. Die Organisationen
befürchten, dass sich die Situation im nächsten Jahr weiter zuspitzen wird und
dann mehr als 4 Millionen Menschen nicht mehr ausreichend zu essen haben.

Die Gründe für die desolate Lage im Land sind vielfältig. Die steigenden
Rohstoffpreise, die Abwertung der lokalen Währung gegenüber dem Dollar,
Korruption sowie die Verschlechterung der Sicherheitslage nach den Unruhen haben
den Zugang der ärmsten Haushalte zu Nahrungsmitteln stark eingeschränkt. Aber
auch die Folgen des Klimawandels und eine anhaltende Dürre seit 2018 haben
besonders die Landwirtschaft hart getroffen.

“Die Landwirtschaft spielt eine entscheidende Rolle in der haitianischen
Wirtschaft, denn dort arbeitet die Hälfte aller Beschäftigten. Die Mehrheit der
Kleinbäuerinnen und Kleinbauern hat aber weniger als 2 Hektar Land, um die
Familien zu ernähren. Haiti ist von den Auswirkungen des Klimawandels besonders
hart betroffen. Die ländlichen Gebiete sind von Abholzung und Entwaldung
gekennzeichnet. Die Städte liegen an Küsten, Flüssen oder Berghängen, sodass
Überschwemmungen und Erdrutsche immer wieder ganze Existenzen vernichten. Die
Menschen haben keinerlei Ressourcen mehr, um diese Notlage abzufedern. Für Haiti
werden daher die Ergebnisse der 25. Weltklimakonferenz in Madrid eine wichtige
Rolle spielen”, beschreibt Mahamadou Issoufou-Wasmeier, Regionaldirektor
Karibik, die schwierige Lage im Land.

Die Welthungerhilfe fordert gemeinsam mit anderen Organisationen, dass die
internationale Staatengemeinschaft mehr Mittel für Haiti zur Verfügung stellt.
Dabei sollten lokale Produkte bei der Nahrungsmittelhilfe Vorrang haben, um die
heimische Wirtschaft anzukurbeln. Überwachungs- und Frühwarnsysteme müssen
unterstützt werden, um künftige Krisen besser bewältigen zu können.

Weitere Informationen finden Sie unter www.welthungerhilfe.de/presse

Die Welthungerhilfe ist eine der größten privaten Hilfsorganisationen in
Deutschland; politisch und konfessionell unabhängig. Sie kämpft für “Zero Hunger
bis 2030″. Seit ihrer Gründung wurden mehr als 9300 Auslandsprojekte in 70
Ländern mit 3,71 Milliarden Euro gefördert. Die Welthungerhilfe arbeitet nach
dem Grundprinzip der Hilfe zur Selbsthilfe: von der schnellen Katastrophenhilfe
über den Wiederaufbau bis zu langfristigen Projekten der
Entwicklungszusammenarbeit mit nationalen und internationalen
Partnerorganisationen.

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Assistenz: Catherine Briones
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