Weser-Kurier: Maren Benekeüber die Stahlfusion

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Die Stahlbranche warnt seit Jahren: Wenn sich an
den Überkapazitäten nichts ändert, dann werden die europäischen
Produzenten in die Knie gezwungen. Weil Länder wie China die Märkte
mit ihrem Billigstahl geflutet haben, lässt sich mit einfachen
Produkten kein Geld mehr verdienen. Der Zusammenschluss von
Thyssen-Krupp und Tata Steel ist daher eine Möglichkeit, den
Problemen zu begegnen. Offensichtlich glauben die Konzerne nicht
daran, dass die Politik Europas Hütten ausreichend sichert. Eine
Verschärfung der Schutzzölle oder Ausnahmen beim
Emissionszertifikatehandel wären solche Maßnahmen, die bisherigen
Regelungen gehen nicht weit genug. Leidtragende sind 4000 Menschen,
die ihre Jobs verlieren. Dass Kahlschlag nicht immer die Lösung sein
muss, zeigt das Beispiel der Bremer Hütte. Um das Werk, das zu
Arcelor-Mittal gehört, zu retten, verzichtete die Belegschaft auf
einen Teil des Gehalts. Der Konzern hat sich an der Weser auf
Produkte spezialisiert, die in Ländern wie China nicht so leicht
hergestellt werden können. Mit Erfolg: 2016 hat die Hütte schwarze
Zahlen geschrieben. Trotzdem wird auch hier weiter gezittert – denn
noch stehen wichtige Entscheidungen auf EU-Ebene aus.

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