Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Ritalin

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Die Leitlinie der Experten für den Umgang mit
der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) liest sich
so, als hätten die Hersteller des Medikaments Ritalin das Papier
selbst geschrieben. Litt der Zappelphilipp im »Struwwelpeter« 1844
etwa schon an ADHS? Hätte Autor Heinrich Hoffmann, selbst Arzt und
Psychiater, das Buch in Gänze gar nicht schreiben können, wenn es im
19. Jahrhundert schon Ritalin gegeben hätte? Eltern, die von
Erzieherinnen oder Lehrerinnen gesagt bekommen, dass ihr Kind (in
großer Mehrzahl sind es Jungen) ein auffälliges Verhalten zeige und
womöglich hyperaktiv sein könnte, sollten mindestens zwei
Arztmeinungen einholen. Denn die Diagnose muss zu 100 Prozent
stimmen, wenn Kindern Ritalin verabreicht werden soll. Eltern machen
sich diese Entscheidung nicht leicht, und die Skepsis sollte auch
überwiegen. Es gibt sicher Fälle, in denen der Wirkstoff
Methylphenidat hilfreich ist. Aber es bleibt das ungute Gefühl, dass
in manchen Kitas und Schulen aus frechen Jungen verhaltensmäßig brave
Mädchen gemacht werden sollen. Das sollten Eltern verhindern.

Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 – 585261

Original-Content von: Westfalen-Blatt, übermittelt durch news aktuell

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