Westfalenpost: Bakschisch in der Praxis / Kommentar zur Korruption beiÄrzten von Wilfried Goebels

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Das Arzt-Patienten-Verhältnis lebt vom Vertrauen.
Der Kranke muss sicher sein, dass das verordnete Medikament nicht vor
allem deshalb verschrieben wird, weil der Mediziner vom Hersteller
eine Prämie kassiert. Noch verhindert eine Gesetzeslücke, dass
Schwarze Schafe in der Ärzteschaft, die nebenbei die Hand aufhalten,
als Freiberufler bestraft werden können. Dieser Missstand muss
schnellstens behoben werden. In der Gesundheitsbranche werden viele
Milliarden bewegt. Da wundert es nicht, dass manches
Pharma-Unternehmen im Konkurrenzkampf ein wenig mit Prämien, Reisen
oder Einladungen nachhilft, um seine Produkte über einen
niedergelassenen Arzt an den Patienten zu bringen. Das
Unrechtsbewusstsein einzelner Mediziner dürfte deutlich geschärft
werden, wenn das Geschenk vom Pharmareferenten in der Praxis künftig
unter das Strafrecht fällt. Ärztekammern und Krankenkassen fehlt es
an den notwendigen Ermittlungsinstrumenten. Weil eine Kontrolle durch
die Standesorganisationen nicht möglich ist, setzen auch die
Ärztekammern auf schärfere Gesetze gegen bestechliche Mediziner. Bis
zur Bundestagswahl im Herbst wird die Zeit für eine Neuregelung nicht
reichen. Nach der Wahl aber sollte der Gesetzgeber gegen die
Bakschisch-Praktiken tätig werden.

Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion

Telefon: 02331/9174160

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