Westfalenpost: Torsten Berninghaus zum Jahreswechsel

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Wenn wir heute Nacht dem Feuerwerk zuschauen und
aufs neue Jahr anstoßen, dann richten wir unsere Gedanken nach vorn.
Wir wünschen, wir hoffen und wir haben konkrete Erwartungen. In
dieser Nacht, so könnte man meinen, kristallisieren sich
Veränderungsbereitschaft und Aufbruch – jedes Jahr aufs Neue. Und
obwohl in der Rückschau manches wie ein Irrtum, anderes wie eine
Torheit erscheint, ist der Blick nach vorn gut und richtig. Was wird
wichtig? Was erwarten wir vom anbrechenden Jahr 2019? Und was nehmen
wir uns selbst vor? Politik für Frieden und Stabilität Wichtig wird,
um mit der ersten Frage zu beginnen, auf jeden Fall die Europawahl.
25 Jahre nach dem Maastricht-Vertrag steht die EU vor einer
Bewährungsprobe. Die Populisten in Italien, Ungarn und Polen nutzen
jede Gelegenheit, um diese Einheit schlecht zu reden und zu
destabilisieren. Die Briten haben bereits Fakten geschaffen –
inklusive der allgemeinen Katerstimmung, die im Königreich
raumgreift. Jedenfalls stellen wir fest, dass die Stimme von Europa
in der Welt an Gewicht verliert. Dabei hätten vor allem die Deutschen
allen Grund, eine gemeinsame Politik für Frieden und Stabilität zu
verteidigen. Denn uns hat die EU nicht nur eine einheitliche Währung
und neue Reisemöglichkeiten gebracht, vielmehr wirkt der Binnenmarkt
wie ein Katalysator für die exportorientierte Wirtschaft. Europa
bedeutet Offenheit statt Abschottung. Es steht für Demokratie und
individuelle Freiheit. Für Werte also, die gar nicht so
selbstverständlich sind, und um die uns andere beneiden. Trotzdem ist
der Ausgang der Wahl am 26. Mai ungewiss. Künstliche Intelligenz
braucht Schranken Ungewissheit kennzeichnet auch die digitalen
Herausforderungen, die uns 2019 massiv beschäftigen werden. An
selbstparkende Autos und Maschinen, die auf unsere Frage antworten,
haben wir uns fast gewöhnt. Sie aber sind allenfalls der lächerliche
Anfang einer Entwicklung, deren Ende wir nicht abzusehen vermögen und
die uns daher zumindest besorgt. Denn es scheint nur eine Frage der
Zeit, bis die Computer schneller lernen als der Mensch und größere
Teile unserer Arbeit erledigen können. Ohne krank zu werden, ohne zu
streiken, ohne Lohn zu verlangen. Deshalb ist es höchste Zeit, sich
mit gesetzlichen und ethischen Schranken zu beschäftigen. Welche Jobs
sollen Roboter übernehmen? Und welche Bereiche sollen, weil sie
zutiefst menschlich sind, tabu sein für die Maschinenwesen? Das gilt
es zu regeln. Zugleich aber muss die digitale Infrastruktur in
Deutschland konsequent ausgebaut werden. Wer von schnellen
Datennetzen abgeschnitten ist, verspielt die Zukunft. Die Haltung der
Bergleute Unter dem Strich ist es also wie an jedem Silvester. Themen
und Herausforderungen, die uns 365 Tage lang bewegt haben, begleiten
uns weiter. Und mehr als die einzelne Antwort zählt die Haltung
dahinter. Ich frage mich, was sich heute wohl die Bergleute
vornehmen, die 2018 endgültig Abschied genommen haben. Abschied von
ihrem Arbeitsplatz, Abschied aber auch von einer Epoche, die
Deutschland groß gemacht hat. Wie wir alle wissen sie nicht, was die
Zukunft ihnen bringt. Aber gewiss wenden sie sich dieser Zukunft mit
der bergmannstypischen Haltung zu: kameradschaftlich, mutig und
stolz. Um hoffnungsvoll eine neue Zeit anzugehen, haben sie auf
Prosper-Haniel ein Motto gefunden, das auch zu diesem Silvester
passt: Glückauf Zukunft.

Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion

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