Wirtschaftsexperten zur Wahl der Merkel-Nachfolge: Osten könnte von Kramp-Karrenbauer und Merz an CDU-Parteispitze profitieren

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Ostdeutsche Wirtschaftsexperten sind verschiedener
Ansicht, welcher der Kandidaten für die CDU-Parteispitze der Beste
für den Osten ist. Prof. Reint E. Gropp, Präsident des
Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), favorisiert
im Gespräch mit dem MDR-Magazin „Umschau“ Annegret Kramp-Karrenbauer.
Prof. Joachim Ragnitz, stellvertretender Leiter der ifo Niederlassung
Dresden, hält Friedrich Merz für die beste Wahl. Jens Spahn wäre für
beide Wirtschaftsprofessoren kein Gewinn für den Osten.

Prof. Gropp hebt Kramp-Karrenbauers Offenheit beim Thema
Zuwanderung nach Deutschland besonders hervor. Das könnte nach seiner
Auffassung den Arbeitskräftemangel verhindern, der der deutschen
Wirtschaft wegen der Alterung der Gesellschaft droht. „Wir werden
durch die demografische Entwicklung schon in wenigen Jahren einen
massiven Verlust an Arbeitskräften haben. Und im Osten wird es noch
drastischer, weil die Bevölkerung hier bereits älter ist als im
Westen“, so Gropp. Das IWH rechnet ab 2028 mit einem
Arbeitskräfteverlust von etwa 300.000 Stellen pro Jahr. „Deshalb ist
Einwanderung für die Wirtschaftskraft von elementarer Bedeutung“,
betont Gropp. Aus seiner Sicht haben Merz und Spahn beim Thema
Migration zuletzt eher den Eindruck von stärkerer Abschottung
vermittelt.

Prof. Ragnitz sieht bei Friedrich Merz als Problemlöser für den
Osten Vor- und Nachteile. Positiv bewertet er die Sachkompetenz in
ökonomischen Fragen und seine marktradikalen Lösungen. Das könne
helfen, die zentralen wirtschaftspolitischen Probleme in
Ostdeutschland wie die Angleichung der Arbeitsverhältnisse, das Ende
der Braunkohle und generelle strukturelle Probleme zu lösen, so der
Ifo-Experte. Ein Nachteil ist für Ragnitz, dass Merz bislang kein
verstärktes Interesse am Osten gezeigt habe. „Kramp-Karrenbauer kennt
zwar den Osten besser. Sie verkörpert aber das System Merkel. Das ist
gerade im Osten etwas in Verruf geraten“, sagte er. Zudem ist für
Ragnitz der Kandidat Merz der, der enttäuschte CDU-Wähler von der AfD
zurückholen könnte. Davon gibt es gerade im Osten viele.

Unter Angabe der Quelle sofort frei

Umschau
Dienstags, 20.15 Uhr, MDR-Fernsehen
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Pressekontakt:
MDR, Achim Schöbel Tel.: (0341) 3 00 45 49,
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