Allg. Zeitung Mainz: Papier und Ruanda / Kommentar zum Kampf gegen Plastikmüll

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Wer hätte je gedacht, dass Ruanda einmal Vorbild für
den Rest der Welt sein könnte? Was den Umgang mit Plastikmüll angeht,
so kann man dem afrikanischen Land nur gratulieren. Denn dort sind
Plastiktüten schlicht verboten. Der Grund dafür liegt zwar im Fehlen
jeglicher Recycling-Infrastruktur, wie sie besonders bei uns so
lobenswert weit fortgeschritten ist wie sonst kaum wo auf der Welt.
Trotzdem: Im Kampf gegen die Verschmutzung der Weltmeere mit den ach
so bequemen und außer in Supermärkten fast überall kostenlos
ausgegebenen Plastiktüten wird am Ende des Tages möglicherweise nur
ein radikaler Schnitt wie in Ruanda helfen. Die Konsumwelt wird
deshalb nicht untergehen, denn als vollwertiger Ersatz kann sehr wohl
Pappe und Papier dienen. Ein Blick in die USA zum Beispiel zeigt,
dass dort die stabile braune Papiertüte in Supermärkten – aber nicht
nur dort – täglich millionenfach erfolgreich im Einsatz ist. Und auch
hierzulande kommt sie immer stärker vor allem beim Kleiderkauf im
hochpreisigen Bereich zum Einsatz. Dort ist sie quasi schon so etwas
wie Kult. Doch vom Kult zum grauen Alltag ist es erfahrungsgemäß ein
weiter Weg. Bleibt also nur das nachweislich bewährte Modell, Abgaben
zu erheben. Wie hoch die sein müssen, um Konsumverhalten zu ändern,
muss ausprobiert werden. Allerdings reicht umweltschonendes
Wohlverhalten hierzulande nicht, um die Weltmeere vor dem
Erstickungstod durch Plastikmüll zu retten. Aus Einsicht
resultierender globaler Konsens muss her, daran geht kein Weg vorbei.
Stellt sich nur die Frage, wie man ihn erreicht. Vielleicht hilft ein
Blick nach Ruanda?

Pressekontakt:
Allgemeine Zeitung Mainz
Werner Wenzel
Newsmanager
Telefon: 06131/485839
desk-zentral@vrm.de

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