Westdeutsche Zeitung: Länderbehörden sind mit der Lebensmittelkontrolle überfordert = von Lothar Leuschen

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Nur ein weiterer Lebensmittelskandal?
Pferdefleisch ist doch nicht gesundheitsschädlich? Alles gar nicht so
schlimm? Doch, es ist schlimm. Es ist eine Unverschämtheit gegenüber
den Verbrauchern. Wenn ein Land 50 000 Tonnen Rindfleisch zurückrufen
muss, weil die Gewissheit besteht, dass der Herstellerbetrieb Pferd
und Rind gemischt hat, dann ist das nicht nur ein weiterer
Lebensmittelskandal. Bei 50 0000 Tonnen Schummelfleisch ist das
Betrug in einem kaum vorstellbaren Ausmaß. Und was kommt jetzt? Der
Ruf nach noch mehr Kontrollen. Und der ist absolut berechtigt.
Nationale Behörden werden der international agierenden
Lebensmittelmafia nicht Herr. Die Qualität der Nahrung ist aber so
bedeutend, dass jemand darüber wachen muss, an dem es kein Vorbei
geben kann. Die verpfuschten, verpanschten und mitunter sogar
vergifteten Produkte in den Regalen der Supermärkte hätten die
Europäische Union längst auf den Plan rufen müssen. Sie ist doch
sonst nicht zimperlich, wenn es darum geht, die Dinge des täglichen
Lebens zu regeln. Dass die EU den Krümmungswinkel der Banane
festgelegt habe, ist zwar eine Legende. Doch deren wahrer Kern ist,
dass die Behörden in Brüssel vor Kontrollitis nicht gefeit sind. Im
Falle der Nahrungsmittel sind weitere Vorschriften und Bestimmungen
aber ausdrücklich erwünscht. Denn im Wettbewerb um Kunden wird
offenbar mit immer härteren Bandagen gekämpft. Das hat Gründe. An der
Ladentheke stehen sich handfeste Interessen gegenüber. Die einen
wollen möglichst viel einnehmen, die anderen wollen möglichst wenig
ausgeben. Normalerweise beherrschen Händler und Kunden den
Interessenausgleich. Aber je geringer die Bereitschaft ist, für gute
Ware gutes Geld auszugeben, desto größer wird die Gefahr, dass manche
Händler sich mit unlauteren Mitteln Profit verschaffen. Letztlich
entscheidet also auch der Verbraucher über die Qualität der
Lebensmittel, die er im Supermarkt kaufen kann. Im Prinzip
funktioniert das System auch zum Wohle aller Beteiligten. Für die
anderen Fälle braucht es klare Regeln und wirksame Kontrollen. Wenn
alle Stricke reißen, muss Panschern und Pfuschern dadurch das
Handwerk gelegt werden, dass ihre Tat nebst Namen veröffentlicht
wird.

Pressekontakt:
Westdeutsche Zeitung
Nachrichtenredaktion
Telefon: 0211/ 8382-2370
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