Allg. Zeitung Mainz: Vorsicht, Studie! / Kommentar zur Familienpolitik-Umfrage

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Aus Studien lässt sich je nach Auge des Betrachters
vieles herauslesen, und da ist die Forsa-Umfrage im Auftrag zweier
Eltern-Zeitschriften keine Ausnahme. Soviel steht bei genauer
Betrachtung der Befragung fest: Sie bringt durchaus Überraschendes
aber auch Diffuses zutage. Und sie ist weder ein Beleg für eine
Politik, die grundsätzlich an den Bedürfnissen der Eltern in
Deutschland vorbeigeht noch umgekehrt. Beispiel Job-Pause: 42 Prozent
der Befragten befürworten nach der Geburt eines Kindes eine
Unterbrechung der Berufstätigkeit für drei oder mehr Jahre.
Widerspricht das einer Politik, die Frauen einen schnelleren
Wiedereinstieg in den Beruf ermöglichen will? Wohl kaum angesichts
von 48 Prozent der Befragten, die bereits früher wieder arbeiten
möchten, davon 24 Prozent nach einem und 17 Prozent nach zwei Jahren.
Auch bei den Aussagen zu verschiedenen Möglichkeiten der
Familienförderung, wie dem „verpflichtenden kostenlosen letzten
Kita-Jahr“ oder dem „flächendeckenden, jedoch nicht verpflichtenden
Ganztagsschulangebot“ ist Vorsicht geboten. Denn die Fragesteller
hatten nur exakt diese Möglichkeiten vorgegeben. So erhält man die
Ergebnisse, die man möchte. Überraschend und mit Blick auf die Männer
erfreulich ist, dass immerhin 38 Prozent der Befragten angeben, ein
Modell zu favorisieren, bei dem beide Partner 30 Stunden arbeiten und
sich gemeinsam um Hausarbeit und Kindererziehung kümmern. Auch wenn
solche theoretischen Absichtserklärungen ebenfalls mit Vorsicht zu
genießen sind – das ist einer der wenigen Aspekte der Umfrage, der in
Politik und Wirtschaft Beachtung finden sollte.

Pressekontakt:
Allgemeine Zeitung Mainz
Florian Giezewski
Regionalmanager
Telefon: 06131/485817
desk-zentral@vrm.de

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