Alpha-Kurzdiagnostik macht Schwächen beim Lesen und Schreiben sichtbar

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Alphabetisierung und Grundbildung stehen bei Bund und
Ländern ganz oben auf der Agenda. Mit der Alpha-Kurzdiagnostik hat
der Deutsche Volkshochschul-Verband (DVV) jetzt ein schnelles und
einfaches Verfahren entwickelt, um individuelle Lese- und
Schreibkompetenzen zu prüfen. Volkshochschulen und andere
Einrichtungen der Erwachsenenbildung können dieses Instrument ab
sofort einsetzen. „Seit Jahren ist bekannt, dass es in Deutschland
rund 7,5 Millionen erwachsene funktionale Analphabeten gibt. Außerdem
wissen wir, dass viele zugewanderte Menschen nach einigen Jahren die
deutsche Sprache zwar gut sprechen, aber häufig Probleme mit der
Schriftsprache haben. Nur wenn der Bedarf im Einzelfall erkannt wird,
können Betroffene angemessene Förderung erhalten“, sagt DVV-Direktor
Ulrich Aengenvoort.

Bei routinierter Anleitung nimmt das Verfahren mitsamt Auswertung
weniger als eine Stunde in Anspruch. Die Alpha-Kurzdiagnostik für
Schreiben umfasst zwei Aufgaben mit nur neun Wörtern, um den
Alpha-Level der teilnehmenden Person einzuschätzen. Bei Bedarf kann
in weiteren fünf Aufgaben genauer überprüft werden, welche
Schreibkompetenzen vorhanden sind. Im Bereich Lesen wird insbesondere
die Leseflüssigkeit als Voraussetzung für das Leseverstehen
ermittelt. Dafür enthält die Alpha-Kurzdiagnostik abgestufte Aufgaben
auf Buchstaben-, Wort-, Satz- und Textebene. In Lautleseprotokollen
können richtig und falsch gelesene Wörter erfasst werden. Die
Einstufung des individuellen Lernstands erleichtert die Wahl des
passenden Lernangebots ebenso wie die gezielte Auswahl passender
Unterrichtsmaterialien.

Die Alpha-Kurzdiagnostik richtet sich an Menschen mit guten
mündlichen Deutschkenntnissen. „Eine gezielte Steuerung in passende
Bildungsangebote ist essentiell. Für die berufliche und
gesellschaftliche Teilhabe ist neben der Sprechfähigkeit auch die
deutsche Schriftsprache unerlässlich“, betont Ulrich Aengenvoort.

Die Einteilung der Alpha-Levels stützt sich auf die
„Level-One-Studie (leo.)“. Darin hat die Universität Hamburg 2011
nachgewiesen, wie weit funktionaler Analphabetismus in Deutschland
verbreitet ist.

Die Alpha-Kurzdiagnostik ist mit Förderung des Bundesministeriums
für Bildung und Forschung im DVV-Projekt „Rahmencurriculum und
Kurskonzept für die abschlussorientierte Grundbildung“ entstanden.
Sie basiert auf wissenschaftlichen Erkenntnissen. Der Bereich Lesen
wurde von Prof. Dr. Cornelia Rosebrock und Dr. Daniel Scherf
(Goethe-Universität Frankfurt am Main) entwickelt, der Bereich
Schreiben von Prof. Dr. Jakob Ossner (Rat für deutsche
Rechtschreibung).

Das DVV-Projekt „Rahmencurriculum“ bietet eine umfangreiche
Sammlung an Unterrichtsmaterialien für die Grundbildungsbereiche
Lesen, Schreiben und bald auch Rechnen, zum Teil berufsbezogen.
Angebote zur Grundbildung und zum Nachholen von Schulabschlüssen sind
ein wichtiger Schwerpunkt des VHS-Kursprogramms und der
wachstumsstärkste Programmbereich der Volkshochschulen in
Deutschland.

Die Alpha-Kurzdiagnostik und das dazugehörige Unterrichtsmaterial
können kostenlos auf www.grundbildung.de als Printversion bestellt
werden und stehen dort auch zum Download zur Verfügung. Das
DVV-Projektteam bietet Lehrkräften derzeit auch Workshops zum Einsatz
der Alpha-Kurzdiagnostik an.

Pressekontakt:
Gisela Lorenz,
Projekt „Rahmencurriculum und abschlussorientierte Grundbildung“,
Tel.: 0228 / 97569-28, E-Mail: lorenz@dvv-vhs.de

Original-Content von: Deutscher Volkshochschul-Verband, übermittelt durch news aktuell

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