Badische Neueste Nachrichten: In Zugzwang

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Jeder blamiert sich, so gut er kann. Mit seiner
Entscheidung, sich nicht mit 20 000 Euro freizukaufen, hat Christian
Wulff die Staatsanwaltschaft in Hannover gewaltig in Zugzwang
gebracht. Eine Einstellung des Verfahrens gegen eine solche Zahlung
wäre für die Ankläger die einzige Möglichkeit gewesen, noch
einigermaßen glimpflich aus diesem Fall herauszukommen. Nun muss die
Staatsanwaltschaft sich entscheiden: Klagt sie Wulff tatsächlich an,
auch auf die Gefahr hin, angesichts der eher dürftigen Beweislage
grandios zu scheitern – oder stellt sie das Verfahren gleich ein? Den
Vorwurf, der frühere Bundespräsident sei bestechlich gewesen, wird
sie nach allem, was bisher durchgesickert ist, jedenfalls nur schwer
erhärten können. Mit etwas mehr Sorgfalt und etwas weniger
öffentlichem Tamtam hätte die Staatsanwaltschaft das Verfahren auch
schon früher (und geräuschloser) beerdigen können. Mit jedem
Aktenordner, den sie mit Vernehmungsprotokollen, Rechnungskopien und
Zeugenaussagen gefüllt hat, schrumpften die Vorwürfe gegen Wulff
weiter zusammen. Geblieben sind Hotelkosten von 770 Euro, die ein
befreundeter Filmproduzent für Wulff gezahlt hat. Und so zynisch es
klingt: Der großzügige Kumpel des damaligen Ministerpräsidenten hat
dem Steuerzahler sogar einen kleinen Gefallen getan, da andernfalls
vermutlich die niedersächsische Staatskanzlei die Kosten übernommen
hätte. Wulff selbst hilft das alles nicht mehr viel. Er hat das
höchste Staatsamt verloren, seine Ehe liegt in Trümmern, und ob es
noch einen Weg zurück gibt in die Politik, ist heute unklarer denn
je.

Pressekontakt:
Badische Neueste Nachrichten
Klaus Gaßner
Telefon: +49 (0721) 789-0
redaktion.leitung@bnn.de

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