Bedrohte Helfer

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Gesunde Unternehmen setzen auf Softskills. Viele wissenschaftliche Untersuchungen zeigen:
Durchgängige Kommunikation und mitarbeiterfreundliche Organisation sind wichtige Erfolgsfaktoren.
Mit Ihren Angeboten Organisationsentwicklung, Burnout – Prävention,
konfliktarme Rhetorik und vieles mehr haben Wirtschaftspsychologen und
wirtschaftspsychologische Berater hier die Expertise.
Große Dax-Unternehmen beschäftigen Diplom-Psychologen und interne Berater in
Festanstellung, um „Sand im Getriebe“ erst gar nicht aufkommen zulassen.
Mittelständische Betriebe engagieren zur Pflege der Firmenkultur Wirtschaftspsychologen
als externe Dienstleister.
Wie bei anderen Beratungsberufen sind viele Wirtschaftspsychologen Solo-Selbständige,
die Ihr Know-how über mehrere Jahre erworben haben und permanent weiterentwickeln.
Ihr wichtigstes Produktionsmittel ist ihr Körper, ihr Know-how und speziell das Gehirn.
Die Altersvorsorge eines Selbständigen ruht auf drei Säulen: Immobilien, Aktien und Ansparpläne.

Der Lock-Down hat alle diese wirtschaftlichen Grundlagen angegriffen, im ungünstigsten Fall
bereits vernichtet. Weil die Pflege der Softskills im Krisenfall anscheinend vorübergehend
verzichtbar ist, verschlechtert sich zurzeit auch die Auftragslage. Das Dienstleistungsangebot
verschwindet vermehrt vom Markt.
Kurzfristig können Unternehmen also auf die Dienste „freiberuflicher Helfer“ verzichten. Mittelfristig werden sich aber die Softskills in den Unternehmen erheblich verschlechtern. Wenn aber wir als erfahrenen Berater dann Corona bedingt vom Markt verschwunden sind, wer soll dann hier helfen?
Hier ist die Politik gefragt: Der Mensch und nicht die Maschine sind bei uns Dienstleistern die Investition. Der angestellte Wirtschaftspsychologe bzw. interne Berater bekommt Kurzarbeitergeld für seinen Lebensunterhalt. Wie sollen die Solo-Selbständigen unter diesen Bedingungen ihren Lebensunterhalt erarbeiten, wenn wir faktisch ein Berufsverbot haben?

Deshalb fordere ich die Bundesregierung auf sich Gedanken darüber zu machen, wie systemrelevant auch dieser Personenkreis ist und diesen zu unterstützen.

Ich bitte die Bundesregierung sich ein Bespiel an Österreich, Großbritannien oder Baden-Württemberg zu nehmen! Führen Sie den „Unternehmerlohn“ für uns ein, und zwar schnell und unbürokratisch – tatsächlich und nicht nur rhetorisch! Es eilt.
By the way: Eine Pandemie ist kein Element des unternehmerischen Risikos, sondern eine Naturgewalt wie ein Meteoriteneinschlag oder der Kontinentaldrift.

Willi Pölt, Mitglied beim Verband zur Förderung der Wirtschaftspsychologie e.V.

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