BERLINER MORGENPOST: Finanzminister Schulz – Leitartikel von Tim Braune

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In der Politik gibt es den schönen Spruch,
Vorsitzende müsse man stützen oder stürzen. Mit Letzterem kennt sich
die SPD gut aus. Auf der Zielgeraden der Koalitionsverhandlungen
gerät nun Martin Schulz ins Visier. Er könne es nicht, er dürfe nicht
ins Kabinett, sonst gehe der Mitgliederentscheid zur GroKo verloren,
so mobben prominente Genossen hinter den Kulissen den eigenen Chef.

Der 62-Jährige hat sicher Defizite. Es war eine Torheit, am Tag
nach der Wahl ohne Not zu sagen, er werde unter Angela Merkel auf
keinen Fall Minister. Sein Wahlkampf war verkorkst. Nach dem Aus von
Jamaika verlor Schulz den Überblick.

Erst im Dezember wurde Schulz mit knapp 82 Prozent für zwei Jahre
wiedergewählt. Spätestens vor dem Parteitag wäre der Zeitpunkt für
den oder die Königsmörder/-in gewesen, aus der Deckung zu kommen.
Dazu waren die Protagonisten zu feige. Die Zermürbungstaktik wird in
den Koalitionsverhandlungen fortgesetzt.

Schulz braucht einen Befreiungsschlag. Der frühere
EU-Parlamentspräsident sollte auf die Popularität des Außenamtes
pfeifen und als Vizekanzler und Finanzminister das wichtigste
Ministerium für sich und die SPD beanspruchen.

Als mächtiger Gegenspieler des Kanzleramtes mit Vetorecht in allen
Geldsachen könnte Schulz in der europäischen Finanz- und
Reformpolitik der Kanzlerin auf die Finger schauen.

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