BERLINER MORGENPOST: Mehr als Brutto vom Netto / Kommentar von Philipp Neumann zu Minijobs

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Kurzform: Wie eine Reform der Minijobs konkret
aussehen könnte, muss diskutiert werden. Sich wie die SPD zu
verweigern, hilft niemandem. Einfach nur die Lohngrenze anzuheben,
wie die FDP es will, wäre etwas zu kurz gesprungen. Bedenkenswert ist
deshalb die Idee der CDU-Sozialpolitiker, Minijobber stärker als
bisher zu zwingen, in die Rentenkasse einzuzahlen. Viele Arbeitnehmer
verdienen jahrelang brutto wie netto und wundern sich dann, warum sie
später nur eine kleine Rente bekommen. Damit Schluss zu machen und
auch von Minijobbern einen Beitrag zur Zukunft der Rente
einzufordern, wäre wirklich eine gute Idee.

Der vollständige Kommentar: Jedes Mal, wenn der Mindestlohn um
einige Cent steigt, werden Minijobs ein bisschen unattraktiver. Das
liegt an der Zahl der Stunden, die für den gleichbleibenden Wert von
450 Euro gearbeitet werden dürfen. Dieses Spiel wiederholt sich am 1.
Januar schon zum zweiten Mal. Dann erhöht sich der Mindestlohn von
jetzt 8,84 Euro auf dann 9,19 Euro. Die FDP im Bundestag schlägt
deshalb vor, die Minijob-Grenze anzuheben. Das ist richtig so.
Erstens ist die letzte Erhöhung der Entgeltgrenze schon ganze fünf
Jahre her. Zweitens sind die Sorgen vor einer massiven Ausweitung der
Minijobs unbegründet. Seit Jahren schon verharrt die Zahl der
geringfügig beschäftigten Arbeitnehmer bei fast sieben Millionen. Das
zeigt, dass es für diesen Teil des Arbeitsmarkts eine bestimmte,
nicht großartig steigende Nachfrage gibt. Es sind vor allem Rentner
und Studenten, die Minijobs nutzen, um sich etwas Geld
dazuzuverdienen. In den mittleren Jahrgängen dagegen wechseln immer
mehr Minijobber in „richtige“ Jobs. Arbeitgeber wiederum brauchen die
Minijobs, um möglichst flexibel zu bleiben – vor allem im Handel und
in der Gastronomie. Als Ersatz für vollwertige Stellen taugen sie
ohnehin nicht: Zwei Drittel der gewerblichen Arbeitgeber beschäftigen
nur zwei Minijobber. Wie eine Reform der Minijobs konkret aussehen
könnte, muss diskutiert werden. Sich wie die SPD zu verweigern, hilft
niemandem. Einfach nur die Lohngrenze anzuheben, wie die FDP es will,
wäre etwas zu kurz gesprungen. Bedenkenswert ist deshalb die Idee der
CDU-Sozialpolitiker, Minijobber stärker als bisher zu zwingen, in die
Rentenkasse einzuzahlen. Viele Arbeitnehmer verdienen jahrelang
brutto wie netto und wundern sich dann, warum sie später nur eine
kleine Rente bekommen. Damit Schluss zu machen und auch von
Minijobbern einen Beitrag zur Zukunft der Rente einzufordern, wäre
wirklich eine gute Idee.

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