BERLINER MORGENPOST: Merkels Prüfung / Kommentar von Kerstin Münstermann zu Merkel

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Kurzform: Der Auftritt von Merkel in Kiel hat ihr
etwas Luft verschafft: kämpferisch, nach vorne gewandt, schlagfertig.
Doch die schwerste Prüfung steht der 64-Jährigen noch bevor. Sie, die
gefühlvolle Aufritte nie mochte, muss umsteuern. Das Einräumen von
Fehlern, die Entschuldigung für das Agieren in der Maaßen-Affäre,
zeigt, dass sie verstanden hat. Die unprätentiöse Regierungschefin
muss den Bürgern, aber auch ihrer Partei gegenüber Nähe und Empathie
zeigen. Sie muss jetzt um Herzen kämpfen, die Nähe zu den Menschen
suchen. Nur wenn ihr die Partei abnimmt, dass sie mit Leib und Seele
für die Ideen der CDU kämpft, für Europa, für konservative Werte wie
Heimat, eine starke Wirtschaft, eine Wertschätzung der Bundeswehr,
werden sich die Reihen hinter hier wieder schließen. Nicht zuletzt
deshalb, weil alle, die mit den Füßen scharren, wissen, dass sie ihr
Pulver im Dezember zu früh verschießen könnten.

Der vollständige Kommentar: Die Nachwuchsorganisationen der
Parteien sind in der Regel eigenwillige, oft unkontrollierbare
Gebilde. Doch die Diskussionen der Jungen nehmen häufig die
Gemütslage von Parteitagen vorweg. Für die CDU-Chefin Angela Merkel
war es diesmal besonders wichtig, beim traditionellen Deutschlandtag
der Jungen Union eine gute Figur zu machen. Sie ist angeschlagen wie
nie. Auch Gutmeinende in der Partei konstatieren ein Erodieren von
Merkels Macht. Merkel selbst setzte frühzeitig ein klares Signal: Sie
werde beim Wahlparteitag in Hamburg im Dezember wieder als Kandidatin
für den CDU-Vorsitz antreten. Und natürlich gehörten Parteivorsitz
und Kanzlerschaft in eine Hand. Doch ist das noch ihre Entscheidung?
JU-Chef Paul Ziemiak warnte vor einer verfrühten Personaldiskussion.
Doch deutlich hinter die Kanzlerin stellte er sich auf dem
Deutschlandtag auch nicht. Tatsächlich abgerechnet werde nach den
Landtagswahlen in Bayern und Hessen, so der Tenor. Vor allem Hessen
ist für Merkel eine Bewährungsprobe. Der Auftritt von Merkel in Kiel
hat ihr etwas Luft verschafft: kämpferisch, nach vorne gewandt,
schlagfertig. Doch die schwerste Prüfung steht der 64-Jährigen noch
bevor. Sie, die gefühlvolle Aufritte nie mochte, muss umsteuern. Das
Einräumen von Fehlern, die Entschuldigung für das Agieren in der
Maaßen-Affäre, zeigt, dass sie verstanden hat. Die unprätentiöse
Regierungschefin muss den Bürgern, aber auch ihrer Partei gegenüber
Nähe und Empathie zeigen. Sie muss jetzt um Herzen kämpfen, die Nähe
zu den Menschen suchen. Nur wenn ihr die Partei abnimmt, dass sie mit
Leib und Seele für die Ideen der CDU kämpft, für Europa, für
konservative Werte wie Heimat, eine starke Wirtschaft, eine
Wertschätzung der Bundeswehr, werden sich die Reihen hinter hier
wieder schließen. Nicht zuletzt deshalb, weil alle, die mit den Füßen
scharren, wissen, dass sie ihr Pulver im Dezember zu früh verschießen
könnten.

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