Bewerber im Gefühlschaos: „schwankend, schwankend immer sehr schwankend“ / Ethnologe leuchtet in Zusammenarbeit mit softgarden die Bewerbung als Erlebnisraum aus (FOTO)

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Den Bewerber an sich gibt es nicht, ebenso wenig wie die
Bewerbungserfahrung – je nach Typ und Vorerfahrung lösen die Prozesse
völlig unterschiedliche Emotionen aus. Das ist das Ergebnis einer
Studie, die in Zusammenarbeit mit softgarden von Prof. Dr. Manfred
Seifert durchgeführt wurde. Der Ethnologe stellt aber nach 100
Tiefeninterviews zugleich fest, dass sich aktuell ein „Großteil der
Bewerber im Lauf der Bewerbung unangemessen behandelt fühlt“.

100 Tiefeninterviews

Seifert ist Professor am Institut für Europäische
Ethnologie/Kulturwissenschaft der Philipps-Universität Marburg und
Sprecher der Kommission „Arbeitskulturen“ in der Deutschen
Gesellschaft für Volkskunde. Für die Studie haben der Ethnologe und
sein Team Ende 2016 100 telefonische Tiefeninterviews mit
Bewerberinnen und Bewerbern durchgeführt.

Bewerbung als Schwellenmoment

„Das Thema „Bewerbung“ hat für Europäische Ethnologen seinen
besonderen Reiz“, sagt Professor Seifert. „Das ist ein
Schwellenmoment, in dem die Bewerber Anschluss oder Fortsetzung auf
dem Arbeitsmarkt suchen. Da spielen technische oder juristische
Rahmenbedingungen ebenso eine Rolle wie die Verhältnisse auf den
Arbeitsmärkten. Menschen setzen sich besonders intensiv mit ihren
persönlichen Herausforderungen, aber auch mit Wünschen an die
Arbeitswelt auseinander“, berichtet Seifert.

„Die Bewerbungserfahrung“ gibt es nicht

Professor Seifert hat eine Vielzahl verschiedener Stimmungslagen
bei seinen Gesprächspartnern identifiziert. Da gibt es die
selbstsicheren Macher mit Nehmerqualitäten und hohen Ansprüchen, die
sich auf die mit der Bewerbung verbundenen Veränderungen freuen und
eher optimistisch gestimmt sind neben solchen, die starke
Empfindungen von Machtlosigkeit oder Sorge durchleben. Bei einigen
Bewerbern kommt im Lauf des Verfahrens die ganze Bandbreite der
Gefühle vor. Als „schwankend, schwankend, immer sehr schwankend“
bezeichnete eine Interviewpartnerin ihre Gefühle im
Bewerbungsverfahren, andere vergleichen die Bewerbungsemotionen mit
einer „Achterbahnfahrt“.

Starker Wunsch nach persönlichem Kontakt

In den Bewerbungsverfahren schätzen die Befragten vor allem den
persönlichen Kontakt zum potenziellen Arbeitgeber. Dazu gehört auch
eine transparente und schnelle Abwicklung des Auswahlverfahrens sowie
die Möglichkeit, bei einer Absage ein auf die Qualität der eigenen
Performance eingehendes Feedback zu bekommen. „Dies wird oftmals mit
dem Wunsch verbunden sich verbessern zu können“, sagt Professor
Seifert.

Wie eine Ware behandelt

Viele Interviewpartner empfinden den Umgang von Arbeitgebern mit
Interessierten als unangemessen oder gar respektlos. Dabei spielen
vor allem die „gefühlt“ zu lange Dauer des Prozesses eine Rolle,
ebenfalls die Enttäuschung darüber, oft gar keine Rückmeldungen oder
lediglich einen Zwischenstand zu bekommen oder automatisierte
Standardabsagen zu erhalten. Bewerber wiesen im Gespräch mit den
Ethnologen immer wieder darauf hin, nicht menschlich, nicht
individuell behandelt worden zu sein: „Also man bewirbt sich ja als
Person, als Mensch und ich werde aber eigentlich behandelt als eine
Ware, die auf amazon.de angeboten wird,“ so eine Interviewpartnerin.

Hohe Ansprüche bei den Jungen

Mit steigender Bewerbungserfahrung werden Bewerber offensichtlich
etwas gelassener im Umgang mit standardisierten Absagen und ähnlichen
Phänomenen im Massenprozess Bewerbung. Professor Seifert hat aber
auch einen Typus des jungen Berufseinsteigers beobachtet, der über
keine tieferen Erfahrungen auf dem Arbeitsmarkt verfügt und zugleich
ein stark auf Persönlichkeitsbildung, Eigenverantwortlichkeit und
Lebensfreude fokussiertes Arbeitsverständnis mitbringt. „Hier dürften
gewisse Inkongruenzen zwischen Erwartung und Realität im
Bewerbungsverfahren wie im späteren Berufsalltag programmiert sein,“
sagt Seifert.

Quantitative Umfrage

Den Interviews ging eine quantitative, im Sommer und Herbst 2016
von softgarden durchgeführte Online-Umfrage voraus, an der rund 3.500
Bewerberinnen und Bewerber teilnahmen. Für 84,3% der Befragten war
die Bewerbung mit „starken Gefühlen“ verbunden. Die Teilnehmer
verglichen die Bewerbung als Lebenssituation mit Partnerschaft und
Partnersuche oder auch mit Prüfungsszenarien. Studienfazit zum
Download

Studie zum Download

Die Ergebnisse der Interviewanalysen wie auch der quantitativen
Umfrage stehen als E-Book zum Download unter
https://www.softgarden.de/studien zur Verfügung. Das E-Book zu den
Interviews enthält neben einen Management Summary der Analyse auch
ein Interview mit Professor Seifert zum pragmatischen Nutzen der
ethnologischen Methode.

Über Professor Seifert

Prof. Dr. Manfred Seifert ist seit 2013 Professor am Institut für
Europäische Ethnologie/Kulturwissenschaft an der Philipps-Universität
Marburg. Seifert hat Volkskunde, Geschichte und Psychologie an den
Universitäten Passau, Wien und Tübingen studiert. Vor 2013 war er als
Assistent und Oberassistent am Lehrstuhl für Volkskunde an der
Universität sowie als Bereichsleiter für Volkskunde am Institut für
Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V. in Dresden tätig. Seine
Forschungsschwerpunkte sind Technikkultur, Arbeitskulturen,
Biografieforschung, Kulturpolitik des Nationalsozialismus, Prozesse
der Kulturvermittlung (Symbole, interkulturelle Kommunikation,
Globalisierung) und Gesellschaftlicher Wertewandel.

Über softgarden e-recruiting GmbH

Die E-Recruitingplattform softgarden bietet technisch zeitgemäße
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aktuell aktiv nach einem neuen Job suchen und von Unternehmen aller
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Pressekontakt:
softgarden e-recruiting GmbH
Denise Heymann
Tauentzienstraße 14
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Telefon: 0049 30 884 940 448
E-Mail: denise.heymann ( ) softgarden.de
Internet: www.softgarden.de

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