Demographiegipfel muss mehr als Symbolpolitik sein

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Von Ansgar Lange +++ Berlin/Sindelfingen, Mai 2013. „Deutschland hat den demographischen Wandel verschlafen. Verschlafen wir jetzt auch das Thema Zuwanderung?“, fragt der Personalexperte Michael Zondler anlässlich des Demographiegipfels der Bundesregierung. Die nackten Zahlen scheinen die Befürchtung des Geschäftsführers des Beratungsunternehmens centomo http://www.centomo.de mit Sitzen in Ludwigsburg, Sindelfingen und London nicht zu bestätigen. Im Jahr 2012 fiel der Wanderungsüberschuss mit 370.000 Menschen so hoch aus wie seit fast 20 Jahren nicht.

Einen Grund zur Entwarnung sieht Zondler trotzdem nicht: „Viele Zuwanderer schaffen Wohlstand bei uns. Doch die Politik diskutiert das Thema zu sehr mit einem sozial- und innenpolitischen Schwerpunkt. Der CDU-Bundes-Vize Armin Laschet hat Recht: Wir brauchen eine konkrete wirtschaftspolitische Strategie zur Anwerbung kluger Köpfe aus dem Ausland. Der alljährliche Demographiegipfel darf nicht nur Symbolpolitik sein. Er muss messbare Ergebnisse liefern.“

„In der Vergangenheit haben wir unter unseren eigenen Denkblockaden gelitten. Wir wollten kein Einwanderungsland sein – mit der Konsequenz, dass wir den Zuzug nicht geregelt haben. Natürlich haben wir eine humanitäre Verpflichtung, den Ärmsten der Armen zu helfen. Doch wenn wir die Menschen und den Sozialstaat hierzulande überfordern, ist keinem gedient. Experten, die die Zuwanderung in unseren Sozialstaat begrenzen wollen, die Freizügigkeit der Arbeitnehmer innerhalb der EU aber stärken wollen, haben meine Sympathie“, so Zondler.

Laschet geht es darum, vor allem auf Zuwanderer aus Nicht-EU-Staaten zu setzen, da die Euro-Krise nicht ewig anhalten werde. Spätestens dann werde die Zuwanderung aus Spanien, Portugal, Griechenland oder Italien wieder zurückgehen. Berthold Kohler, Mit-Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) http://www.faz.net, geht dieser Vorstoß zu weit. Es spreche viel für den Vorschlag von Innenminister Friedrich (CSU), vorrangig qualifizierten Einwanderern aus den Krisenländern der EU einen Neuanfang in Deutschland zu ermöglichen: „Das würde der hiesigen Wirtschaft und den EU-Partner helfen, die unter einer dramatisch hohen Arbeitslosigkeit leiden“.

„Es gibt keinen Königsweg in der Einwanderungsfrage“, so Zondler. „Wir müssen mehrdimensional vorgehen. Zum einen muss Sorge dafür getragen werden, dass die Armutszuwanderung unsere Kommunen und sozialen Sicherungssysteme nicht überfordert. Zum anderen aber müssen wir – so wie Laschet dies auch vorschlägt – aktiv über die Botschaften, Konsulate, Außenhandelskammern und Goethe-Institute in EU- und Nicht-EU-Staaten um die klügsten Köpfe buhlen, denn die kommen längst nicht alle am liebsten nach Deutschland. Auch bei uns gehen die Unternehmen in Schulen und Universitäten, um Fachkräfte von morgen zu rekrutieren. Dies muss auch nach und nach im Ausland aufgebaut werden.“

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