Desinfektionsmittel für Azubis in der Pflege: Landesregierung misst mit zweierlei Maß / Stiefmütterliche Behandlung: Private Pflegeschulen werden gegenüber staatlichen Einrichtungen benachteiligt

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Mit großer Verwunderung nimmt der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) in Sachsen die Vergabepraxis bei Desinfektionsmitteln durch die sächsische Landesregierung zur Kenntnis. Nachdem am 22. April 2020 der Schulbetrieb zur Prüfungsvorbereitung für die Abschlussklassen in der Pflegeausbildung begonnen hatte, versicherte das sächsische Kultusministerium, alle Berufsfachschulen mit ausreichend Mund-Nasen-Bedeckungen sowie Desinfektionsmitteln auszustatten. Die Praxis sieht leider anders aus. Demnach erhielten die staatlichen Berufsfachschulen ein ausreichendes Kontingent, während die privaten Einrichtungen lediglich Mund-Nasen-Bedeckungen und keinerlei Desinfektionsmittel bekamen.

“Die Landesregierung misst hier offenbar mit zweierlei Maß. Dies ist nicht hinnehmbar, zumal rund 90 Prozent der Berufsfachschulen für Pflegeberufe in privater Trägerschaft sind”, sagt Judith Richter, Vorstandsmitglied des bpa Sachsen und zugleich Schulleiterin des Bildungs- und Innovationsportals Chemnitz. Sie ergänzt: “Gerade in Zeiten der Corona-Krise sind es die Pflegefachkräfte, die weit über ihre persönlichen Grenzen hinausgehen, um die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen. Wer als Landesregierung den Schutz der Pflegeschüler an freien Schulen vergisst, hat die Zeichen der Zeit nicht verstanden.”

Der sächsische bpa-Landesvorsitzende Igor Ratzenberger warnt vor einer Benachteiligung der privaten Pflegeschulen: “Es sind die vielen privaten Schulen, die durch die gute Ausbildung dem hohen Fachkräftebedarf in der Pflege in Sachsen Rechnung tragen. Fehlt es jetzt an ausreichend Desinfektionsmitteln, wird die Ausbildung in der Pflege zum Gesundheitsrisiko für junge Menschen und am Ende gar für die Pflegebedürftigen in den Betrieben, in denen die Schüler ihre praktischen Ausbildungsteile absolvieren. Das sächsische Kultusministerium muss schnellstens nachbessern.”

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) bildet mit mehr als 11.000 aktiven Mitgliedseinrichtungen (davon über 750 in Sachsen) die größte Interessenvertretung privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland. Einrichtungen der ambulanten und (teil-)stationären Pflege, der Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendhilfe in privater Trägerschaft sind im bpa organisiert. Die Mitglieder des bpa tragen die Verantwortung für rund 335.000 Arbeits- und circa 25.000 Ausbildungsplätze (www.youngpropflege.de, www.facebook.com/Youngpropflege). Die Investitionen in die pflegerische Infrastruktur liegen bei etwa 26,6 Milliarden Euro.

Pressekontakt:

Kontakt: Jacqueline Kallé, Leiterin der bpa-Landesgeschäftsstelle,
Tel.: 0341/52 90 44 60, Mobil: 0162/134 135 6, www.bpa.de

Weiteres Material: https://www.presseportal.de/pm/17920/4580055
OTS: bpa – Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V.

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