Deutsche Umwelthilfe kritisiert Klima-Langfriststrategie der EU als nicht weitreichend genug

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Die heute von der EU vorgestellte
Klima-Langfriststrategie ist nicht ambitioniert genug, um die
europäischen Klimaziele für 2050 zu erreichen – Kurz vor Beginn der
Klimakonferenz in Kattowitz sollte die EU sich stärker als treibende
Kraft präsentieren – Bundesregierung sollte Vorreiterrolle in EU
übernehmen und national nachsteuern

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) begrüßt, dass die EU mit ihrer
Klima-Langfriststrategie Szenarien für Null CO2-Emissionen bis 2050
erarbeitet hat. Jedoch gehen diese aus Sicht des Umwelt- und
Verbraucherschutzverbandes nicht weit genug. Um das 1,5-Grad-Ziel zu
erreichen, bräuchte die EU ein Null-Emissionsziel bis 2040. Ebenso
fehlen klare und verbindliche Meilensteine bereits für 2030, um den
Prozess schon jetzt anzustoßen und wichtige Klimaschutzmaßnahmen
nicht auf die lange Bank zu schieben.

Dazu Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH: „Die
vorgelegte Strategie reicht nicht aus, um die Klimaziele von Paris
einzuhalten. Klimaschutzmaßnahmen sind keine Aufgabe der 30 Jahre
entfernten Zukunft, sondern sie müssen jetzt angestoßen werden.
Meilensteine bis 2030 wären das Mindeste, auch um die
Mitgliedsstaaten heute schon zum Handeln zu bewegen. Die
EU-Kommission ist aufgefordert, hier dringend nachzubessern und das
Null-Emissionsziel für 2040 vorzugeben.“

Die DUH kritisiert, dass die EU die Chance vertan hat, im Vorfeld
des Klimagipfels in Kattowitz ein deutliches Signal an die
internationale Staatengemeinschaft zu senden, und zu zeigen, dass sie
bereit ist, schnell und entschlossen zu handeln, um den weltweiten
Temperaturanstieg auf 1,5 Grad zu begrenzen.

Die EU-Kommission weist in ihrem Strategiepapier darauf hin, dass
die aktuelle europäische Klimapolitik der Mitgliedstaaten nur zu
einer Treibhausgasminderung von minus 45 Prozent bis 2030 und minus
60 Prozent bis 2050 führen wird.

„Das Fehlen von Zwischenzielen bedeutet als Konsequenz, dass auch
kein Druck auf die nationalen Regierungen ausgeübt werden kann, wenn
Zielverfehlung droht,“ so Müller-Kraenner weiter. Die
Langfriststrategie und die dazugehörigen Szenarien sollen auch ein
deutliches Signal an die Mitgliedsstaaten senden, ihre nationalen
Klimapläne zu überarbeiten und anzupassen. Diese müssen bis Ende 2018
der EU-Kommission vorgelegt werden.

Die DUH sieht die Bundesregierung in der Pflicht, zeitnah bei
ihren eigenen Maßnahmen nachzuschärfen. Dazu Peter Ahmels, Leiter
Energie und Klimaschutz bei der DUH: „Die Bundesregierung zeigt
weiterhin keine Ambitionen, ihr selbst gestecktes Ziel einer
Reduktion der Treibhausgase um 55 Prozent bis 2030 zu erreichen und
setzt auf ein –weiter so–. Der Nationale Energie- und Klimaplan wird
nur die bereits bekannten Ziele und Maßnahmen enthalten. Nicht einmal
die taugen dazu, die bisherigen schwachen Ziele zu erreichen. Hier
muss die Bundesregierung nachbessern.“

Die heute von der EU-Kommission veröffentlichte
Klima-Langfriststrategie bis 2050 dient als Grundlage für die
künftige europäische Klima- und Energiepolitik. Sie wird
voraussichtlich im Mai 2019 von den Staats- und Regierungschefs bei
ihrem Gipfeltreffen unter rumänischer Ratspräsidentschaft diskutiert.

Pressekontakt:
Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer
0160 90354509, mueller-kraenner@duh.de

Peter Ahmels, Leiter Energie und Klimaschutz
030 240086791, ahmels@duh.de

DUH-Pressestelle:
Andrea Kuper, Ann-Kathrin Marggraf
030 2400867-20, presse@duh.de
www.duh.de, www.twitter.com/umwelthilfe, www.facebook.com/umwelthilfe

Original-Content von: Deutsche Umwelthilfe e.V., übermittelt durch news aktuell

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