Erde sein – Lebendigkeit neu wahrnehmen und denken

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Berlin, März 2018. Natur macht unser Leben lebenswert. Für mehr als 90 Prozent aller Deutschen gehört Natur zu einer erfüllten Existenz. Insbesondere auch Wildnis als unverfälschter Erlebnisraum hat es uns dabei angetan So eine Erkenntnis der Studien zum Naturbewusstsein, die das Bundesamt für Naturschutz regelmäßig durchführt. In unserer alltäglichen Lebensrealität berühren wir dieses Wunder des Lebens selten. Urbanisierung und Digitalisierung scheinen zunehmend einen Keil zu treiben zwischen uns und diese ursprüngliche Lebendigkeit, die wir immer auch selbst sind.

Mit der »Erdfest«-Initiative möchten die Nachhaltigkeitsforscherin Hildegard Kurt und der Biologe und Philosoph Andreas Weber diesen Bruch heilen: »Wir brauchen einen neuen Wahrnehmungsmodus der Wirklichkeit. Auf tiefster Ebene findet die Verwüstung der Natur nicht durch die Zerstörung biogeochemischer Kreisläufe statt, sondern durch unsere Geisteshaltung. Worauf es ankommt, ist, die Wirklichkeit wieder als bedeutungsvolles Geflecht zu erkennen, in dem alles in Beziehung miteinander steht. Und diese Gegenseitigkeit kann erlebt, gefühlt und nachvollzogen werden – ganz persönlich, aber auch auf regionaler Ebene und im globalen Kontext.« So beschreiben beide das Anliegen der vom Bundesamt für Naturschutz geförderten Initiative, die gerade gestartet ist.

»Erdfest« möchte ein neues Fest im Jahreslauf schaffen, um dem überwiegend intellektuellen und wissenschaftlichen Nachhaltigkeitsdiskurs das Erfahren von Lebendigkeit zur Seite zu stellen. Die Initiative will der Erde – als Boden und als Planet – endlich das neu schenken, woran es derzeit mangelt: Bewusstsein für eine echte Gegenseitigkeit mit ihr. Sie fördert Kulturen der Lebendigkeit, die aus dem Verständnis dieses schöpferischen Beziehungsnetzes heraus die Ökosysteme – unseren Lebensraum – bewahren. Und sie fragt: Wie können wir unsere Lebensweisen so gestalten, dass die Natur weiterhin zu einem guten und erfüllten menschlichen Leben beitragen kann?

Als Termin schlägt »Erdfest« drei Tage im Frühsommer vor: Die Natur steht in voller Blüte, die Tage sind lang und hell, und die Menschen treibt es nach draußen. Überall können dann »Erdfeste« stattfinden: Menschen kommen in feierlich-offener Atmosphäre zusammen, in Freude an der Natur. Das strahlt aus. In Gemeinschaft können so auch die Probleme unserer Zeit angesprochen und Ideen für eine naturverbundenere Gesellschaft entwickelt werden.

»Erdfeste« zum Mitmachen und Erfahren – die Veranstaltungen

Im Rahmen der »Erdfest«-Premiere werden vom 22. bis 24. Juni 2018 bundesweit und in weiteren Ländern zahlreiche Veranstaltungen stattfinden, die das Verbundensein von Mensch und Natur neu erkunden und in die unmittelbare Erfahrbarkeit bringen. Museen, Schulen, Unternehmen, Akteure aus den Bereichen nachhaltige Landwirtschaft und Permakultur, Initiativen für Kunst und nachhaltiges Leben oder auch Organisationen aus Naturschutz und Umweltpädagogik laden dazu ein, Natur sinnlich zu erfahren, sich von ihrer Schöpferkraft inspirieren zu lassen und damit auch die eigene, menschliche Natur neu zu entdecken. Naturnah gärtnern, Wildkräuter sammeln und genießen, am Feuer Geschichten lauschen, die Kräfte der Elemente in der Meditation auf sich wirken lassen, sich begegnen und feiern unter freiem Himmel, Kunstwerke aus den Schätzen der Natur schaffen, die natürliche Lebendigkeit ganz direkt erfahren – das und vieles mehr bieten die »Erdfest«-Initiativträger*innen für Mitmachende aller Altersgruppen und Interessen an.

Eine Übersicht aller Veranstaltungen, die stetig ergänzt wird, finden Interessierte auf der Webplattform unter „Initiativeträger*innen“.

»Erdfest«-Initiativträger*in werden – Einladung zum Mitwirken

Vereine, Organisationen, Initiativen und Einzelpersonen, die den Weg hin zu einer nachhaltigeren Gesellschaft gemeinsam gehen möchten, sind eingeladen, auf eine für sie jeweils passende Weise ein »Erdfest« zu begehen. Ob Vorträge und Gespräche, künstlerische und kulturelle Events, Naturführungen, Naturschutz-Aktionen, Workshops zu Landwirtschaft, Gärtnerei oder der Faszination der Tierwelt, Bildungsimpulse und Erlebnispädagogik – willkommen sind alle Beiträge, die »dem Lebendigen Lebendigkeit zurück schenken«, Erfahrungsräume öffnen und Wege für naturverträglichere Formen des Lebens und Wirtschaftens ebenen möchten. Leitende Fragen hierbei können sein: Wie »erdfest« ist meine Lebens- und Arbeitspraxis? Wie »erdfest« ist unsere (Land-) Wirtschaft? Unsere Zivilisation? Oder auch: Wie kann ich wahrhaftiger leben? Wie kann ich meine Beziehungen in echter Gegenseitigkeit führen?

Die Mitwirkenden werden mit ihren Angeboten Teil einer bundesweit und darüber hinaus wachsenden ko-kreativen Gemeinschaft, die Sinn stiftet und einen kontinuierlichen »Initiativraum« öffnet. Ihr selbst gestaltetes »Erdfest« wird auf der „Erdfest“-Onlineplattform sichtbar und im Rahmen der »Erdfest«-Öffentlichkeitsarbeit bekannt gemacht. Durch das Bündeln von Aktivitäten zu den jährlich wiederkehrenden »Erdfest«­Tagen entsteht für alle Beteiligten eine Wahrnehmbarkeit, die mit vereinzeltem Handeln kaum möglich wäre.

Auf Wunsch unterstützt das »Erdfest«-Kernteam Interessierte dabei, Ideen für die Beteiligung zu entwickeln.

»Kulturen der Lebendigkeit zur Entfaltung zu verhelfen, ist ein epochales politisches Projekt. Wir können erfahren, dass nicht nur der Mensch die Natur durchdringt, sondern dass etwas uns ausmacht, das weit über uns hinausreicht und uns trägt: unsere sich selbst organisierende, in Begriffen unverstehbare, in die Wirklichkeit von Ökosystemen eingewobene Lebendigkeit«, so Hildegard Kurt und Andreas Weber.

Die »Erdfest«-Initiative stiftet eine neue kulturelle Allmende: ein Gemeingut für eine innovative Naturschutzpolitik und für den demokratischen Wandel hin zu einer lebensfördernden Welt.

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