Erfolgreiche Kartoffelernte 2011: Hervorragende Erträge, aber schwächeres Preisniveau

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Die Kartoffelernte 2011 in Deutschland wird rund 11,9 Millionen Tonnen erreichen und damit um 17,6 Prozent über dem Vorjahresergebnis liegen. Dies ist das Ergebnis des Bund-Länder-Sachverständigenausschusses für die besondere Ernte­ und Qualitätsermittlung.

Hauptursache für diese positive Entwicklung sind die stark gestiegenen Hektarerträge bei leicht ausgedehnten Anbauflächen. Auch der mehrjährige Durchschnitt (2005 bis 2010) von 11,1 Millionen Tonnen wird übertroffen (+7,7 Prozent).

Die Kartoffeln konnten im Frühjahr unter optimalen Bedingungen gepflanzt werden. Allerdings kam es aufgrund der lang anhaltenden Trockenheit vielfach zu einem geringen Knollenansatz. In vielen Betrieben musste beregnet werden, was die Produktionskosten erhöhte. Die häufigen Sommerniederschläge führten zu einem hohen Anteil von Übergrößen. Diese sind zwar von der Verarbeitungsindustrie erwünscht, gestalten die Vermarktung von Speisekartoffeln aber schwieriger. Obwohl die Haupternte etwa zwei Wochen früher begann als in Normaljahren, verzögerten sich die Rodungen immer wieder, weil die Flächen wegen des Regens ein Befahren nicht zuließen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Nässe auf die Haltbarkeit der Knollen auswirkt. Die Ernte ist insbesondere bei Industriekartoffeln noch nicht abgeschlossen, dennoch können aufgrund der bisher ausgewerteten Proberodungen zuverlässige Aussagen über die Erzeugungsmenge getroffen werden.

Anbaufläche:

Die Anbaufläche erstreckt sich in diesem Jahr nach dem vorläufigen Ergebnis der Bodennutzungshaupterhebung auf insgesamt 259.400 Hektar. Das entspricht einer Ausweitung von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr, bedeutet aber eine Reduzierung im Vergleich zum langjährigen Mittel (­3,0 Prozent). Vom Gesamtanbau entfallen dabei unverändert 104.800 Hektar auf Speisekartoffeln, während die Stärkekartoffelfläche absatzbedingt sank und der Anbau für Veredlungsprodukte ausgedehnt wurde. Regional haben die Flächen in den meisten Ländern bis auf Hessen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein zugenommen; am stärksten in Sachsen-Anhalt (+10,1 Prozent gegenüber 2010).

Hektarertrag und Bundesländerbilanzen:

Mit 460,0 Dezitonnen (dt) erzielten die Landwirte einen Hektarertrag, der um 15,4 Prozent über das Vorjahresniveau hinausgeht und ebenfalls deutlich über dem langjährigen Durchschnitt liegt (+11,0 Prozent). Bis auf das Saarland wurden in allen übrigen Ländern Ertragssteigerungen verzeichnet. Diese waren mit etwa 20 Prozent und mehr in Baden-Württemberg, Bayern und Mecklenburg-Vorpommern überdurchschnittlich; in Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen fiel der Zuwachs mit etwa plus fünf Prozent weniger deutlich aus. Die regionalen Schwankungen im Ertragsniveau reichen von 328,3 dt/ha im Saarland und 365,5 dt/ha in Schleswig-Holstein bis 481,7 dt/ha in Sachsen-Anhalt und 498,2 dt/ha in Nordrhein-Westfalen.

Das größte Kartoffelerzeugerland bleibt Niedersachsen; hier wurden 2011 mit 5,42 Millionen Tonnen (+18,0 Prozent gegenüber 2010) rund 45 Prozent der deutschen Kartoffeln geerntet. Dahinter folgen mit erheblichem Abstand Bayern mit 2,09 Millionen Tonnen (+22,9 Prozent) und Nordrhein-Westfalen mit 1,56 Millionen Tonnen (+6,3 Prozent).

Erzeuger- und Verbraucherpreise:

Bei großem Angebotsdruck während der Ernte liegen die Erzeugerpreise für Speisekartoffeln umgerechnet ab Hof bei gut 7 bis 11 Euro/dt. In einigen Gebieten bieten Landwirte die Ware auch günstiger an. Tendenziell ist das Preisniveau schwächer als im vorjährigen Herbst. Nach der Ernte könnten sich die Preise stabilisieren, da voraussichtlich ein höherer Anteil der Erntemenge mangels Lagerfähigkeit und wegen der Übergrößen nicht als Speisekartoffeln zu vermarkten ist. Für die Verbraucher bleibt der Kartoffeleinkauf aber insgesamt günstiger als im Vorjahr.

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