Flucht aus Afghanistan: Plan International fordert Bedingungen für Finanzhilfen an Drittstaaten / Unterstützung für Flüchtlingsaufnahme muss an Einhaltung von Mädchen- und Frauenrechten geknüpft sein

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Im Zusammenhang mit einer zu erwartenden Flucht von Menschen aus Afghanistan fordert die Kinderrechtsorganisation Plan International Deutschland die Bundesregierung und die Europäische Union (EU) auf, mögliche Zahlungen an Drittstaaten zur Unterbringung der Flüchtenden an Bedingungen zu knüpfen. „Die Nachbarländer Afghanistans müssen sich verpflichten, die Rechte von Mädchen und Frauen einzuhalten, wenn Finanzhilfen aus Deutschland und der EU zur Unterbringung von Flüchtenden zur Verfügung gestellt werden“, sagt Kathrin Hartkopf, Sprecherin der Geschäftsführung von Plan International Deutschland. „Krisen verschärfen bestehende Ungleichheiten. Mädchen und Frauen sind aufgrund ihres Geschlechts unverhältnismäßig stark davon betroffen. Sie machen 70 Prozent der Hungernden in der Welt aus. Mädchen sind die ersten, die aus der Schule genommen werden. Sie sind die ersten, die jung und gegen ihren Willen verheiratet werden. Sie sind Opfer von sexueller Gewalt. Deshalb gilt es angesichts der aktuellen Situation in Afghanistan, bereits jetzt die richtigen Antworten für diejenigen zu finden, die am meisten von den künftigen Entwicklungen gefährdet sind.“

Anlass für die Forderung ist die Erwartung der EU und der Bundesregierung, dass in der Folge des Abzugs der westlichen Streitkräfte bis Ende August viele Menschen versuchen werden, aus Afghanistan in die Nachbarländer zu fliehen. So haben sich Politiker:innen der Europäischen Union und Deutschlands dafür ausgesprochen, Partnerschaften mit diesen Ländern einzugehen. Aus dem Europäischen Rat kam die Ankündigung, dass innerhalb der EU die Diskussion über Partnerschaften mit Drittstaaten künftig im Mittelpunkt stehen werde. Das Bundesinnenministerium hat sich dafür ausgesprochen, dass die geflüchteten Menschen in Pakistan oder Iran unterkommen.

Die Lage in Afghanistan und den Nachbarländern zeige aus Sicht von Kathrin Hartkopf darüber hinaus auch noch einmal nachdrücklich, „dass wir eine Außenpolitik brauchen, die Menschen statt Staaten in den Mittelpunkt stellt“. Gleichberechtigung müsse im Zentrum allen außenpolitischen Handelns stehen. Die Gleichstellung von Mädchen und Frauen ist eine Voraussetzung für eine friedliche Gesellschaft und Ziel der „feministischen Außenpolitik- und Entwicklungspolitik“. Diese sieht Frauen und Mädchen nicht nur als besonders gefährdete Gruppe, sondern als Antreiber:innen des Wandels mit grundlegenden Rechten, die von der internationalen Gemeinschaft als Partner:innen respektiert, adressiert und unterstützt werden müssen. Diese Forderung steht auch im Zentrum der aktuellen Plan International Deutschland Kampagne zur Bundestagswahl: „Jetzt gleich! Update für die Außen- und Entwicklungspolitik“. Mehr dazu unter www.plan.de/bundestagswahl und #GirlsGetEqual.

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Alexandra Tschacher, Leiterin des Presseteams, Tel. 040 607716-278
Sascha Balasko, Referent Media Relations, Tel. 040 607716-146, presse@plan.de

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