Fünf Wochen Osterferien! Können Lehrer nicht ausnahmsweise in Kliniken oder Heimen helfen?

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Fünf Wochen lang Osterferien! Mindestens. Was Kinder und Jugendliche jubeln lässt, bringt viele Familien in Nöte. Besonders für Alleinerziehende ist die Betreuung ihres Nachwuchses existenziell. Home Office ist nur für wenige Berufe eine Lösung: In Kliniken und Praxen, im Handel, im Handwerk oder in der Industrie muss angepackt werden. Da ist der präsente Mensch gefragt, digital geht da nichts.

Auch deshalb hat die NRW-Landesregierung lange mit den Schulschließungen gezögert. Am Ende siegte die Einsicht, befeuert durch den Druck der anderen Länder. Nun müssen Laschet und Schulministerin Gebauer helfen, damit es Betreuungsgruppen für besonders unabkömmliche Mütter und Väter geben kann. Überhaupt müssen Arbeitgeber nun sehr schnell Modelle finden, die Familie und Beruf vereinbaren. Verlangt wird das von den Beschäftigten ja schon seit Jahren, nun zwingt Corona die Chefs endlich zur Kreativität. Wie Anspruch und Wirklichkeit auseinanderklaffen, zeigt das Beispiel Pflegeheime. Laschet verlangt hier ein Besuchsverbot, was medizinisch plausibel klingt. Für die eh schon überlasteten Pflege-Mitarbeiter bedeutet dies jedoch, dass sie nun mehr die soziale Betreuung übernehmen müssen, die ja bislang auch die Besucher übernahmen. Da bleiben viele Fragen. Als Anregung für die Ministerin: Ist es möglich, dass Lehrer mindestens gebeten werden zu können, im Krisenfall in Klinken und Altenheimen auszuhelfen? Noch vor wenigen Wochen hätte kaum jemand für möglich gehalten, dass Corona unser Leben derart verändert. Kanzlerin Merkel hat dies in ihrer distanzierten Art und Weise zum Ausdruck bringen wollen. Wie man es besser machen kann, zeigt Italiens Premier Giuseppe Conte. Er wirbt menschlich und emotional darum, dass die Bürger nun zusammenstehen und sich gegenseitig helfen mögen. Wahre Worte. Gemeinsinn ist gefragt, während Egoismus und Kälte nur Gift für jede Gesellschaft sind. Derweil zeigt Corona auch, wie ein einziges Riesen-Thema alles andere klein wirken lässt. Über Klimaschutz wird kaum noch debattiert, obwohl das Thema kein bisschen unbedeutender geworden ist. Und auch der furchtbare Krieg in Syrien erscheint vielen plötzlich noch weiter weg, obwohl dort keine Bombe weniger fällt. Das gilt auch für die menschenverachtenden Zustände an der türkischen Grenze zu Europa, nichts ist hier besser geworden. Das Leid bleibt. Gegen das Corona-Virus wird es in absehbarer Zeit ein Medikament geben. Gegen Kriege und Despoten gibt es das leider nicht.

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