Grünen-Kanzlerkandidatin im stern / Baerbock greift Söder an: „Wer Klimaschutz sagt, muss auch Windräder bauen“

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Die grüne Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock bekräftigt ihr Ziel, die Erneuerbaren Energien „deutlich schneller auszubauen“. Nur so lasse sich der geplante Kohleausstieg von 2038 auf das Jahr 2030 vorziehen. „Wer sagt: Ich will Klimaschutz, der muss Windräder und Solaranlagen bauen“, sagte die Grünen-Vorsitzende im Interview mit dem stern. „Das heißt, auf jedes neue Dach eine Solaranlage und zwei Prozent der Landesfläche für Windkraft nutzen.“

Baerbock greift in diesem Zusammenhang den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) an. „Was nicht mehr geht: Dass Markus Söder sich hinstellt und einen Klimaruck fordert, aber in Bayern Regeln macht, die den Bau von neuen Windrädern de facto verhindern.“ Der Umbau des Industriestandorts hin zur klimaneutralen Produktionsweise brauche so große Mengen erneuerbaren Stroms, „da kann Herr Söder nicht sagen: In Bayern scheint mehr Sonne, ich will nur Solarkraft. Wir brauchen beides“.

Das Thema Klimaschutz dürfe nicht die Bevölkerung spalten, mahnte Baerbock. Dies gelte auch für den Verkehr. Nicht alle Menschen wohnen in Großstädten, wo sie leicht Bus und Bahn fahren können. „Auf dem Land braucht man Autos“, so Baerbock. Es gehe vor allem darum: „Alle Menschen müssen sich saubere Autos leisten können. Wir müssen dafür sorgen, dass eine Alleinerziehende oder eine Krankenschwester sich zumindest ein gebrauchtes E-Auto kaufen können.“ Sie selbst fahre privat noch ein herkömmliches Auto mit Verbrennungsmotor. „Wir hoffen, dass unser alter Golf einmal noch durch den TÜV kommt – und für danach ist ein E-Auto vorbestellt.“

Gefragt, welche kleine Ökosünde sie sich trotz Umweltbewusstsein gönne, entgegnete Baerbock: „Klimaschutz hat für mich nichts mit Sünde zu tun. Aber ich könnte und sollte weniger Fleisch essen.“ Ganz verzichten wolle sie nicht. „So ein Mettbrötchen ist schon manchmal auf meinem Frühstückstisch.“

Knapp vier Wochen vor der Bundestagswahl taxieren die Demoskopen die Grünen bei Werten zwischen 17 und 19 Prozent. In Umfragen wurden sie zuletzt von der SPD überholt, die derzeit mit 22 bis 23 Prozent gewertet wird. Im Falle einer Direktwahl würden aktuell nur noch 13 Prozent der Wählerinnen und Wähler für eine Kanzlerin Baerbock stimmen.

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Pressekontakt:

Sabine Grüngreiff, Gruner + Jahr Unternehmenskommunikation,
Telefon: 040 – 3703 2468, E-Mail: gruengreiff.sabine@guj.de

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