Heinz Hilgers, Präsident des Deutschen Kinderschutzbunds: „Benachteiligungen abbauen, die durch Armut entstehen“ (FOTO)

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Sind Kinder arm, leidet die körperliche und seelische Gesundheit – das muss sich dringend ändern, fordert Heinz Hilgers, Präsident des Deutschen Kinderschutzbunds.

Millionen Kinder in Deutschland sind von Armut betroffen – und damit in vielerlei Hinsicht benachteiligt. Unser System ist hochgradig ungerecht, klagt Heinz Hilgers, Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes , im Apothekenmagazin „Baby und Familie“ . Und er warnt, dass die aktuelle Situation die Lage noch verschärfen wird: „Viele Familien werden wegen der Corona-Krise unter das staatliche Existenzminimum rutschen.“

Ohne Frühstück und ohne Windeln in die Kita

Arm zu sein, bedeute für Kinder, in allen Belangen benachteiligt zu sein. Das fange schon bei der Gesundheitspflege an, so Hilgers. „Das staatlich festgestellte Existenzminimum sieht für ein Baby zum Beispiel etwas mehr als acht Euro pro Monat für den Kauf von Windeln, Cremes, Seifen und so weiter vor.“ Das führe dazu, dass Familien woanders sparen: „Wir erleben Kinder, die ohne Frühstück und Windeln in die Kita kommen oder über kein Sportzeug verfügen“ , sagt Hilgers, der einen klaren Zusammenhang zwischen Armut und seelischer und körperlicher Gesundheit sieht – vom Kindes- bis ins Seniorenalter.

Der Präsident des Kinderschutzbundes plädiert deshalb schon seit langem für eine Kindergrundsicherung . Immerhin haben sich die Sozialminister der Länder kürzlich auch dafür ausgesprochen. „Die Idee ist, die meisten der vielen verschiedenen Sozialleistungen zu bündeln und möglichst automatisiert auszuzahlen“ , erklärt Hilgers. „Bei Eltern, die arbeiten, würde man schauen, wie viele Kinder und was sie an Einkommen haben und Leistungen in entsprechender Höhe überweisen.“ Bei Erwerbslosigkeit würde die Berechnung auf Grundlage des Arbeitslosengeldes erfolgen.

Armen Familien mit Wertschätzung begegnen

Hilgers war in den 2000er Jahren Bürgermeister in Dormagen und schuf dort ein Netzwerk für Familien. Dieses bundesweit bekannte „Dormagener Modell“ ist ein Präventionsnetzwerk , dem unter anderem Frauen- und Kinderärzte, Fachpersonal aus Kita und Schule oder auch von Behörden wie dem Sozial- und Jugendamt oder der Arbeitsagentur angehören. „Das Ziel ist, durch Unterstützung Benachteiligungen abzubauen, die durch Armut entstehen“ , betont Hilgers. Sein Appell : „Ich finde, dass wir armen Menschen und Familien mit einer anderen Haltung begegnen müssen, nämlich mit Wertschätzung und Hilfsbereitschaft und der Idee, dass alle Menschen Stärken haben. Diese müssen wir früh erkennen und fördern .“

Das vollständige Interview mit Heinz Hilgers, dem Präsidenten des Deutschen Kinderschutzbundes, lesen Sie im Apothekenmagazin „Baby und Familie“ 02/2021, das aktuell in den meisten Apotheken ausliegt. Viele relevante Gesundheits-News gibt es zudem unter https://www.baby-und-familie.de .

Pressekontakt:

Katharina Neff-Neudert
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