Heuschreckenplage in Ostafrika: Millionen von Hungersnot bedroht

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Eine Heuschreckenplage biblischen Ausmaßes richtet in
Ostafrika gewaltige Zerstörung an. Und es kommt jeden Tag schlimmer: Nach
Angaben der SOS-Kinderdörfer fressen die Schwärme täglich weitere Gebiete kahl,
Millionen Menschen sind von einer Hungersnot bedroht. “Der Ausbruch trifft die
Region in einer ohnehin kritischen Situation. In den aktuell am meisten
betroffenen Ländern Äthiopien, Kenia und Somalia leiden schon jetzt 12 Millionen
Menschen an Hunger. Mehrere Dürren haben ihre Ernte vernichtet. Durch die
Heuschrecken droht die Situation massiv zu eskalieren”, sagt Ayele Sebaro,
Nothilfe-Koordinator der Hilfsorganisation in Ost- und Südafrika.

Allein in Äthiopien hätten die Insekten bereits eine Fläche von 2350
Quadratkilometern zerstört: Getreidefelder, Weideflächen und Wälder. 85 Prozent
der Menschen lebten dort von der Landwirtschaft, ein Großteil sei betroffen.
“Die Menschen haben Angst, ihre Kinder nicht mehr ernähren zu können. Sie
versuchen, die Insekten mit Lärm oder Rauch zu vertreiben, aber das ist sehr
ineffektiv. Die Bemühungen der Regierung, Chemikalien zu sprühen, bleiben
bislang ergebnislos, es fehlt an Pestiziden, Flugzeugen, finanziellen Mitteln”,
sagt Sebaro. Auch das Leben der Weidetiere sei in Gefahr, die Insekten fräßen
sämtliche Grasflächen leer. “Die Auswirkungen sind gravierend. In der
Somali-Region Äthiopiens zum Beispiel ist die Milch der Tiere das wichtigste
Nahrungsmittel der Kinder”, sagt Sebaro. Für die Jungen und Mädchen bedeuteten
die großen Schwärme zusätzlich psychischen Stress. “Viele Kinder trauen sich
nicht mehr aus dem Haus, weil die Heuschrecken überall sind. Sie bedecken den
Boden und verdunkeln den Himmel”, sagt Sebaro.

Ayele Sebaro ist sich sicher, dass die Situation in eine Katastrophe münden
wird, sollte eine rasche Bekämpfung der Insekten nicht gelingen. Es sei zu
befürchten, dass die Zahl der Heuschrecken bis Juni aufgrund der idealen
Brutbedingungen um ein 500faches steigen wird. 30 Länder könnten dann betroffen
sein, darunter Staaten wie der Sudan, in dem aufgrund des Bürgerkriegs bereits
jetzt 5,8 Millionen Menschen an Hunger leiden. In einigen Regionen würden die
Schwärme exakt zur Erntezeit eintreffen.

Die SOS-Kinderdörfer haben in Äthiopien ein gezieltes Nothilfeprogramm für
Betroffene der Heuschreckenplage aufgestellt. Familien sollen unter anderem mit
Lebensmittelhilfen und Saatgut unterstützt werden. In allen betroffenen Ländern
hilft die SOS-Familienstärkung Kindern und Eltern vielfältig dabei, Wege aus
Krisensituationen zu finden.

Quellen: IPC (Integrated Food Security Phase Classification), United Nations

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Boris Breyer
Stellvertretender Pressesprecher
SOS-Kinderdörfer weltweit
Tel.: 089/179 14-287
E-Mail: boris.breyer@sos-kd.org
www.sos-kinderdoerfer.de

Weiteres Material: https://www.presseportal.de/pm/1658/4518972
OTS: SOS-Kinderdörfer weltweit

Original-Content von: SOS-Kinderdörfer weltweit, übermittelt durch news aktuell

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