IG-Metaller kritisieren mangelnde Kampfbereitschaft der IG-Metall-Spitze gegen rechte Betriebsräte / „Report Mainz“ heute, 27.2., 21:45 Uhr, im Ersten

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Mehrere Funktionsträger der IG Metall kritisieren
gegenüber „Report Mainz“ den Umgang der Gewerkschaftsspitze mit
rechten Gewerkschaften wie „Zentrum Automobil“. Ein Vertrauensmann
der IG Metall im Daimler-Werk in Rastatt sagte dem Politikmagazin:
„Ich fühle mich im Stich gelassen, von den Kollegen im Betriebsrat
und auch von der Gewerkschaftsspitze. Die Linie von oben ist eben.
Den Kampf, den nehmen wir jetzt nicht auf. Es ist besser, sich da
wegzuducken, und das Problem geht damit vorbei.“

Wie im Daimler-Stammwerk in Untertürkheim tritt „Zentrum
Automobil“ auch in Rastatt bei den bevorstehenden Betriebsratswahlen
mit einer eigenen Liste an. Dort hat der Spitzenkandidat eine
rechtsextreme Vergangenheit. Er war mehrere Jahre im Umfeld der
„Kameradschaft Rastatt“ bzw. der „Nationalen Sozialisten Rastatt“
aktiv. Der IG-Metall-Vertrauensmann kritisiert, die Gewerkschaft tue
nicht genug gegen die rechten Umtriebe bei Daimler: „Ich behaupte,
die Inaktivität, schlimmer noch das Kleinreden des Problems von der
Spitze der IG Metall hier in der Region und hier im Werk, hat nur den
einen Grund, dass sie keine Mitglieder verlieren wollen.“

Gegenüber „Report Mainz“ weist der Funktionsbereichsleiter
Betriebspolitik beim IG Metall-Vorstand, Rudolf Luz, die Vorwürfe
zurück. Er sagte, die Kritik sei gegenüber der Gewerkschaftsspitze
nicht vorgetragen worden. Die IG Metall gebe Argumentationshilfen
gegen rechts und führe diesbezüglich auch Seminare durch.

Auch der IG Metall-Betriebsrat Michael Clauss kritisiert die späte
Reaktion des IG Metall dominierten Betriebsrates Untertürkheim
gegenüber „Zentrum Automobil“. Man habe viel zu lange gewartet, sich
den rechten Betriebsräten entgegenzustellen. Erst Wochen nachdem
„Report Mainz“ zu rechtsextremen Positionen einiger
Zentrums-Kandidaten berichtet hatte, veröffentlichte der Betriebsrat
eine Stellungnahme, in der er sich von „Zentrum Automobil“
distanzierte. Dabei seien die rechtsextremen Umtriebe der
Führungsspitze von „Zentrum Automobil“ im Werk seit Jahren bekannt.
„Zentrum Automobil“ tritt in Untertürkheim bei der bevorstehenden
Betriebsratswahl mit 187 Kandidaten an. Das ist die zweitgrößte Liste
nach der IG Metall.

Kritik löst auch der Umgang der IG-Metall-Spitze mit Betriebsräten
aus, die sich in der AfD engagieren. Zum Beispiel Denny Jankowski: Er
ist Betriebsrat bei Jenoptik in Jena, IG-Metall Mitglied und außerdem
ein sehr aktiver AfD-Funktionär, kandidierte u. a. bei der
Bundestagswahl für die AfD. Professor Klaus Dörre von der Universität
Jena kritisiert im Interview mit „Report Mainz“, dass sich die IG
Metall gegenüber AfD-Betriebsräten nicht eindeutig genug
positioniere: „Es gibt keinen Unvereinbarkeitsbeschluss mit der AfD,
nach wie vor. Es gibt keine Handhabe nach Satzung formalrechtlich
jemanden auszuschließen, nur weil er mit der AfD sympathisiert und
für sie kandidiert. Das gilt auch für die Thüringer AfD, die offen
ist für traditionsfaschistische Positionen.“

Weitere Informationen auf http://x.swr.de/s/u0v

Zitate gegen Quellenangabe frei.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an „Report Mainz“, Tel. 06131 929
33351 oder -33352.

Original-Content von: SWR – Das Erste, übermittelt durch news aktuell

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